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Kultur Pink bittet zur Party
Nachrichten Kultur Pink bittet zur Party
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17:01 05.04.2009
Stimmgewaltig: Pink in der TUI-Arena.
Stimmgewaltig: Pink in der TUI-Arena. Quelle: Nancy Heusel
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Von Kai Schiering

Hannover. In der TUI-Arena an der Expo-Plaza brummt und knistert es. Im Innenraum stapeln sich die Massen, jeder Platz ist besetzt, 12.000 Fans warten aufgeregt auf Alecia Beth Moore, besser bekannt als Pink.

Sie ist nicht das erste Mal in Hannover, es wird nicht ihr letztes Konzert hier sein. Doch kaum hat Raygun, eine junge britische Pop-Band, ihren Anheizer-Job vollbracht, starten die ersten La-Ola-Wellen, selbst die Hallen-Security lässt sich auf diesen Spaß ein. Die Funhouse-Tour rollt über Europa. Pink bringt etliche Hits mit, dazu die großen P’s: „Power“ und Persönlichkeit.

In luftiger Höhe

21:07 Uhr, endlich, das Hallenlicht wird abgeschaltet. AC/DC’s „Highway to Hell“ pumpt aus den Lautsprechern: „Living easy, livin’ free“ kreischt die 29-Jährige aus Pennsylvania, wir sehen Pink auf den Videowänden, bitte jetzt kein MTV-Geplänkel - get the Party started! Kaum gedacht, schon wird SIE unter befreiendem Jubel aus dem Nichts bis knapp an die Hallendecke gezogen. „Bad Influence“ rockt die Band, eine lange Feder-Boa schmückt ihr Kostüm, einem Pop-Papageien gleich, schwebt sie atemberaubend hoch über den Köpfen der Zuschauer.

Es wird nicht das letzte Mal sein, dass Pink sich in luftiger Höhe dreht und schaukelt. Was sie dabei anstellt, ist kaum zu beschreiben - Leistungssport mit Salto-Mortale. Von der ersten Minute an packt sie ihre Fans, mit ihren roten Pumps und dem platinblonden Kurzhaarschnitt, dazu der durchtrainierte Körper, immer im knappsten Outfit. Sie ist kein Supermodel, viel besser, Pink ist ein Typ mit Stil und Originalität.

Pinks „Funhouse“ ist über die Bühne der TUI-Arena getobt - 12.000 Fans waren geplättet. Die Rocksängerin lieferte ein Best-Of Ihres Schaffens und verausgabte sich bei artistischen Einlagen.

„Just like a Pill“, die Fans werfen Geschenke und Briefe auf die Bühne, die ersten werden entkräftet über die Absperrgitter gezogen. Ihre Band, viele Musikerinnen sind darunter, verzichtet auf Pop-Geflüster. Hart, aufregend und knackig gibt es ein Best-Of-Bombardement.

Pink ist in Form, die Stimme kraftvoll, der Gesang sauber. Überraschend ihre Cover-Song Auswahl: Led Zeppelins „Ramble On“ hat Robert Plant wohl nie besser gesungen, und Queens „Bohemian Rhapsody“ geht tief unter die Haut. So unnahbar sie ist, wenn sie in die Luft geht, so kumpelhaft knutscht und herzt Pink die Fans in der ersten Reihe der Arena.

Die Funhouse-Bühne mit Lotterbett und Rutschen lädt zum Toben ein. Schnell vergisst man darüber die anstrengende Choreografie der Tänzer. Pink ist ein „Role Model“, ein Vorbild für Mann und Frau, sie elektrisiert geschlechterübergreifend. In „So what“ lässt sie ein Double ihres Ex-Mannes Carey Hart mit Kissen verprügeln, in der Ballade „Crystal Ball“ spielt sie Gitarre.

Das furiose Trapez-Ende hält ihr Mikrofon nicht aus, dennoch und gerade deswegen, ist der Beifall grandios. Beim Rausgehen flattert das Adjektiv „geil“ durch die Gänge, doch die meisten Besucher sind einfach platt und sprachlos.

Bewertung: 5/5

Für das Zusatzkonzert am 20. Dezember gibt es noch Karten, 47,60 bis 69,70 Euro.

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