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Kultur Peter & der Wolf bei den Kunstfestspielen
Nachrichten Kultur Peter & der Wolf bei den Kunstfestspielen
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11:29 04.06.2013
Von Henning Queren
WER HAT ANGST VOR DEM BÖSEN WOLF? Peter und seine Gans jedenfalls nicht. Erst mal jedenfalls.
Hannover

Manche der Konzerte bei den Kunstfestspielen sind mittlerweile sogar überbucht: Für den Nachmittag „Peter & der Wolf“ wurden zusätzliche Reihen in der Orangerie aufgestellt. Man musste eben auch an vielen die jüngeren Zuschauer denken, die sich einen der schönsten Trickfilme mit Live-Musik zum Märchen vom bösen Wolf angucken wollten.

Aber vorher gabs erst einmal härtere Kost: „Kino-Prawda No. 18“ vom sowjetischen Film-avantgardisten Dsiga Wertow von 1922 - ein rasant geschnittenes Filmstückchen aus der Anfangszeit der UdSSR über den Aufbau des Kommunismus. Schließlich heißt des Festival-Motto „Heimat Utopie“. Die utopischen Klänge dazu von Stephan Froleyks waren ebenso improvisiert wie passend. Der bearbeitete einen Messertisch, brachte die festgenieteten Klingen zu schauerlichem Schwingen oder begleitete rasende Schwungräder oder junge Pioniere mit dem Tröten einer geschweiften Tuba.

Kontrast und Highlight war aber der „Peter&derWolf“-Film von Suzie Templeton, auf den exakt die originale und weltbekannte Komposition von Sergej Prokofjew abgestimmt wurde, Thorsten Encke dirigierte das Kammerensemble „Musica Assoluta“.

Der Film ist ein Meisterwerk, entstanden in gut fünfjähriger Kleinarbeit, denn die Figuren wurden hier nicht per Computer animiert, sondern ganz altmodisch Bewegung für Bewegung abgefilmt. Erzählt wird eine etwas andere Geschichte, in der am Ende der Wolf, das schöne wilde Tier, freigelassen wird. Und mit dabei ist ein rührender Rabe, der nicht mehr fliegen kann, aber einen Luftballon um den Bauch gebunden bekommt, um sich doch noch irgendwie in die Luft zu erheben. Jubel bei Kindern, feuchte Augen bei einigen Erwachsenen. Viel Applaus.

Draußen vor der Orangerie mischten sich Konzertbesucher mit denen des neuen Schloss-Museums - das Wetter noch ein bisschen besser und die Festivalatmosphäre wäre perfekt.

Bewertung: 5/5

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