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Kultur „One Night of Tina“ im Theater am Aegi enttäuscht
Nachrichten Kultur „One Night of Tina“ im Theater am Aegi enttäuscht
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13:43 04.12.2019
Mit Mähne: Tina-Turner-Kopie Sharon Ballard im Theater am Aegi. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Im kurzen Glitzerkleid und mit überdimensionierter Löwenmähne trippelt Tina-Darstellerin Sharon Ballard zu „Nutbush City Limits“ auf die Bühne des Theaters am Aegi. Stimmgewaltig ist sie, ausdrucksstark ebenfalls. Von einer perfekten Tina Turner-Imitation – sollte man das an diesem Abend von ihr erwarten – ist Ballard doch leider weit entfernt.

Immer wieder versucht sie bei dieser „One Night of Tina“ an die Moves der Queen of Rock heranzukommen: ein weit aufgerissener Mund, das rhythmische Nach-hinten-Lehnen des Oberkörpers, die kleinen Kicks nach vorne. Die magnetische Grundspannung, die Elektrizität, die durch Turners Körper fährt, sucht man bei Ballard jedoch vergeblich.

Aufs Wesentliche herunterproduziert

So richtig scheint der Funken einfach nicht auf die gerade mal 650 Zuschauer überspringen zu wollen, obwohl die Show auf unnötige Handlungsschnörkel verzichtet und damit als pure audiovisuelle Hommage auf das Wesentliche herunterproduziert ist. Die Songtexte werden vom Publikum eher mitgebrummt als mitgesungen. Mitgeklatscht wird überwiegend nach Aufforderung. Und nur nach und nach erheben sich die Zuschauer bei den großen Hits von ihren Sitzen.

Drei Backgroundsängerinnen mit maskenartiger Mimik stehen Sharon Ballard stimmtechnisch und tänzerisch zur Seite. Der überchoreografierte Einsatz dreier männlicher Tänzer soll außerdem Energie in die Show bringen.

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Musiker, die auf Tablets starren

Der kräftige, einnehmende Sound der Turner-Songs klingt in der gebotenen Liveversion dünn und blechern. Die fünfköpfige Band spielt ihr Pflichtprogramm vom digitalen Blatt. Musiker, die auf Tablets starren.

Selbst ein Gitarrensolo bleibt weitestgehend unspektakulär und wenig elektrifizierend. Dabei bietet die Setlist eigentlich alles, was das Fanherz begehrt: „We Don’t Need Another Hero“, „Private Dancer“, „Disco Inferno“ und „What’s Love Got To Do With It“.

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Endlich Betriebstemperatur

Selbst Tinas 60er-Jahre-Phase wird bedacht und sehr selbstbewusst ohne Ike durchgezogen. Der „007“-Klassiker „Goldeneye“ wird allein von den Backgroundsängerinnen performt. Die Intensität des Bond-Songs leidet unter dem lauten Bass, der die dünnen Stimmchen der singenden Damen in den Hintergrund brummt.

Das Beste kommt natürlich zum Schluss: mit „Simply The Best“ erreicht das Publikum endlich Betriebstemperatur. Mitsingen und das unaufgeforderte Mitklatschen klappen jetzt reibungslos. Leider kommen Euphorie und Begeisterung etwas zu spät. Der Zug der perfekten Tribute-Show ist weit vor den Grenzen von Nutbush abgefahren.

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Von Aline Westphal

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