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Kultur Molly Hatchet: Southern Rock im Capitol
Nachrichten Kultur Molly Hatchet: Southern Rock im Capitol
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10:35 17.12.2010
Molly Hatchet machten in Hannover gute Miene zum annähernd leeren Capitol.
Molly Hatchet machten in Hannover gute Miene zum annähernd leeren Capitol.
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VON KAI SCHIERING

HANNOVER. Ein Van-Halen-Intro, ordentlich Gewitter, dazu die mönchischen Gesänge aus der „Carmina Burana“ – „The South Will Rise Again!“ Die Jungs von Molly Hatchet, Südstaatenrocker aus Jacksonville, Florida, blinzeln durch das Scheinwerferlicht in das ziemlich leere Capitol hinunter, winken den etwa 200 Fans zu und haben dennoch einen Heidenspaß auf der Hannover-Station ihrer „Justice“-Tour.

Whiskey und Mengen von Steaks haben diese eindrucksvollen Körper geformt. Einen Kerl wie Leadsänger Phil McCormack möchte man in einer Bar hinter sich wissen, wenn einer fragt: „Gibt’s ’n Problem?“ Alles ist größer, feister, länger bei Molly Hatchet. Die Haare von Schlagzeuger Shawn Beamer flattern wie elektrisch geladen in der Luft. In den Cowboy-Stiefeln von Bassist Tim Lindsey könnte man am Hahnenklee rodeln gehen, von den roten Schlappen seines Sängers zu schweigen.

„Beatin’ the Odds“ und „Flirtin’ with Disaster“, das ist Sou­thern Rock der 70er Jahre, als die Welt eigentlich lieber Punk und New Wave hörte. Und mit derselben Ignoranz wie damals bügeln Molly Hatchet jetzt ihren Boogie über sämtliche aktuellen Musik-Trends hinweg. Dazu gehört die Südstaatenflagge, die sie stolz wie bei einer militärischen Zeremonie tragen, genauso wie die Rock-Rhythmen, die sie lässig auf die Bühne klopfen. Komponist und Bandleader Bobby Ingram schüttet Wagenladungen Plektren ins Publikum, während dort Wetten laufen, ob seine Explosionsfrisur echt ist. Egal, Molly Hatchet lieben uns und bedanken sich – artige Rednecks, die sie sind.

Bewertung: 4/5