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Kultur Ministry erfreuen 600 Metalheads im Pavillon
Nachrichten Kultur Ministry erfreuen 600 Metalheads im Pavillon
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00:21 01.07.2019
Der Voodoopriester: Al Jourgensen von Ministry im Pavillon. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Der Voodoopriester ist 60 Jahre alt. Al Jourgensens Gesicht mehrfach gepierct und tätowiert, lange Rastzöpfe, Militärjacke und Springerstiefel. Ministry, die Pioniere des Industrial Metals, spielten im Pavillon – ein Fest für 600 mitgealterte Fans.

Im ersten Teil noch etwas verhalten, danach mit voller Wucht. Geboten wurde eine Wand aus elektronisch angereicherten Gitarrensounds mit treibenden Beats. Zwar mit nicht mehr mit der selben Kraft wie auf der legendären „Psalm 69“-Tour, diese liegt allerdings auch fast 30 Jahre zurück.

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Es gab ordentlich auf die Ohren, mit Klassikern wie „Jesus Built My Hotrod“ und „Just One Fix“ oder neuerem Material aus dem aktuellen Album „AmeriKKKant“ – ein Repertoire, das fast 40 Jahre Bandgeschichte umfasst.

Ein runder Abend? Nicht ganz. Metal und Bier sind wie Schwestern oder Brüder. Leider waren für viele Metalheads die Schlangen am Biertresen gefühlt endlos lang.

Und die Vorband The Monolith Deathcult aus den Niederlanden bot zwar einen akzeptablen Mix aus Deathmetal und Industrial Metal mit Samples, die deutlich an die Electronic Body Music der 90er Jahre nicht absprechen kann. Leider wurde ihnen vom Mischer nicht die richtige Dosis Lautstärke zugeteilt – vielleicht sprang deshalb der Funke nicht ins Publikum über.

Angeturnt von Ministrys Musik aber traf man sich vordersten Viertel der Halle zum gemeinsamen, eher friedlichen Moschen. Der Rest nickte im Takt. Begleitet wurde das Programm von einer großflächigen collagenhaften Videoprojektion. Ministry waren laut, politisch und etwas unbequem. Nicht unbedingt überraschend, aber genau so, wie die Fans es lieben.

Von Tosh Leykum