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Kultur Masala-Festival am Weißekreuzplatz endet
Nachrichten Kultur Masala-Festival am Weißekreuzplatz endet
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17:00 26.05.2019
DRAUSSEN: Auf der Bühne am Weißekreuzplatz stehen die Notis Heavyweight Rockaz (oben). Besucher laufen über den Weltmarkt. Quelle: Fotos: Heusel
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Hannover

Natürlich, es könnte wärmer sein an diesem Mai-Wochenende. Auf dem Weißekreuzplatz, beim Bummeln auf dem Weltmarkt, sieht man nicht wenige Daunenjacken. Aber Gerd Kespohl, der sich auch in diesem Jahr wieder für das Masala-Festival mitverantwortlich zeichnet, ist zufrieden: „Im vergangenen Jahr war es sehr heiß, aber diesmal sind mehr Menschen da.“ Und lauschen zum Beispiel den Reggae-Klängen der Peace Development Crew aus Hannover, die gemeinsam mit dem jamaikanischen Musiker Colah Colah die Menge zum Tanzen bringen, während weiter hinten afrikanische Kochbananen und viele andere Speisen aus aller Welt gereicht werden. „Unser Schwerpunkt in diesem Jahr war Begegnung, das wollten wir in der heutigen Zeit einfach noch mal in den Vordergrund stellen – und das ist voll aufgegangen“, sagt Kespohl. In der Nacht hätten Musiker verschiedener Bands noch bis in die Morgenstunden miteinander gespielt.

Abschlusskonzerte am Sonnabend

4000 Menschen haben in den zehn Tagen die Konzerte des Festivals besucht. Auf dem Weltmarkt waren es bis Sonntag noch mal 15 000. Beim Abschlusskonzert im Pavillon am Sonnabend feiern 650 Leute Party: Zunächst mit der zehnköpfigen Berliner Band Footprint Project, die mit ihrem extrem tanzbaren Sound, abwechslungsreichen Rhythmen zwischen Funk und Afrobeat, die fast immer durch Schlagzeug und Beatboxing gedoppelt werden, vom ersten Stück an das Publikum auf ihrer Seite haben. Ob sie Klassiker wie „Sunny“ in drei verschiedenen Geschwindigkeiten interpretieren, Trompete und Posaune sich einen hübschen Wettstreit liefern oder der Beatboxer ein beeindruckendes Solo hinlegt: Es wird getanzt, bis sich die Musiker mit einem wilden Ska verabschieden.

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Spirituell und würdig endet das Masala

Danach wird es spirituell: Die nigerianische Sängerin Nneka betritt die Bühne mit Räucherstäbchen, bricht gleich das zweite Stück vorzeitig ab, weil das Publikum etwas verfrüht klatscht, beteuert aber sofort: „It’s all good.“ Und tatsächlich: An der Musik ihrer vierköpfigen Band und ihrer seelenvollen Gesangsperformance ist wenig auszusetzen. Die in den Stücken spürbare Intensität der Künstlerin ist wohl nicht gespielt, wie ihre etwas irritierenden Ansagen verraten. Nachdem sie davon erzählt, wie man alles, was man täglich aufnimmt und verarbeitet, auf der Toilette wieder als „Lichtkugel“ ausscheiden soll, spielt sie ihre Single „Shining Star“ in einer entschleunigten Version auf der Gitarre, ganz ohne Schlagzeug. Ein echter Höhepunkt, genau wie ihr Hit „Heartbeat“, den sie sich für das Ende aufgehoben hat – und damit dem Festival einen würdigen Abschluss bereitet.

Von Matthias Wieland