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Kultur Mal Élevé spielt für „Fridays for Future“
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14:15 04.07.2019
Politischer Kopf: Mal Élevé macht nach dem Ende der Irie Révoltés solo weiter. Quelle: Niculai Constantinescu
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Hannover

Pablo Charlemoine (36), besser bekannt als Mal Élevé (französisch für „schlecht erzogen“), war einer der Köpfe des hochpolitischen Heidelberger Musikerkollektivs Irie Révoltés. Nun ist er solo unterwegs und engagiert sich immer noch. Am 5. Juli tritt er – bei freiem Eintritt – bei der „Fridays for Future“-Demo auf.

Ihr Auftritt bei der Demo ist vermutlich eine Herzensangelegenheit, oder?

Ja, total. Die Anfrage kam mir voll gelegen. Ich war auch öfter schon privat bei „Fridays for Future“-Demos in Berlin, wo ich seit zehn Jahren lebe. Das jetzt noch musikalisch unterstützen zu können, freut mich sehr.

Gefällt Ihnen diese Generation?

Total. Da tut sich einiges. Es ist ein Lichtblick. Ich habe mich, gerade wenn ich mir die ältere Generation angeguckt habe, oft gefragt, wann denn endlich wieder eine rebellische Generation kommt – offenbar gibt es dafür Phasen. Ich habe das Gefühl, da ist jetzt eine, und das ist geil.

Man hat gerade dieser Generation lange nachgesagt, sie sei völlig unpolitisch.

Genau, sie galt als total hedonistisch. Ein Irrtum. Es gibt parallel den Trend bei vielen, alles zu ignorieren, weil ja auch alles sehr viel ist. Und viele konnten auch mit den alten Protestformen nichts mehr anfangen. Doch jetzt ist etwas Neues entstanden. Dass die Jugendlichen sich Gedanken machen, war nie eine Frage. Aber sie brauchten halt neue Ausdrucksformen.

Was ist denn das Neue? Demos gab es schon immer.

Das Neue ist die Kontinuität. Und dass es sich um eine globale Bewegung handelt. Wir waren ja schon froh, wenn sich mal eine Stadt zusammengeschlossen hat. Das hier wurde in Schweden angestoßen und findet jetzt weltweit statt.

Schon Irie Révoltés waren angetreten, Grenzen zu überwinden ...

Und das tue ich immer noch. Ich denke, dass die Bewegung in diese Richtung geht: dass man nicht mehr in Nationalstaaten, sondern global denkt und Verantwortung übernimmt.

So war es vor zwei Jahren mit Irie Révoltés auf der Gilde-Parkbühne.

Vor dem Festival 2016 sprachen wir damals mit Carlos Charlemoine alias Carlito, Pablos Bruder.

Begegnen Sie sich auf Augenhöhe? Sie könnten Vater der Demonstrierenden sein.

Ja. Ich sehe mich als Teil davon, fühle mich sowieso junggeblieben. Das Alter sollte kein Thema sein. Im Gegenteil: Wir können diese Themen nicht nur den Jugendlichen überlassen; die gehen uns alle an. Die Jugendlichen sind die Vorreiter, und dem sollten wir uns alle anschließen.

Sie spielen vermutlich Ihre aktuelle EP, oder?

Ja, aber auch viele neue Sachen und natürlich zwei, drei Irie-Klassiker.

„Wo bleibt die Revolution?“, fragen Sie in einem der neuen Lieder. Ist sie das jetzt?

Sie findet, glaube ich, in ganz vielen kleinen Schritten statt. Es wird nicht das eine große Ding geben, das alles ändert; das ist eine Utopie. Aber „Fridays for Future“ ist auf jeden Fall ein Teil dieser Revolution: eine Sache, die nicht nur auf den Straßen stattfindet, sondern auch in den Köpfen und damit auch in den Strukturen. Es tut sich einiges.

Und welchen Anteil haben Künstler daran?

In meinen Augen einen sehr großen. Man kann es nicht messen, aber das Feedback motiviert mich, es weiter zu versuchen. Wir Künstler geben Anstöße, das ist das eine. Das andere ist, diese Bewegung zu begleiten – Musik gibt es auf jeder Demo und ist Teil des Protests. Und: Kein Künstler ist unpolitisch. Selbst wenn einer nur über fette Autos oder nur über Liebe singt, ist das schon ein politisches Statement. Alles im Leben ist politisch.

Und damit einher geht eine Verantwortung?

Natürlich. Positiv wie negativ. Wir können sehr viel bewirken.

Die Demonstration

Die „Fridays for Future“-Demonstration beginnt am 5. Juli um 15 Uhr auf dem Georgsplatz. Es ist ein landesweiter Protest – Besucher aus ganz Niedersachsen werden erwartet. Anschließend, etwa gegen 17 Uhr, spielen Mal Élevé und seine Band auf dem Waterlooplatz.

Von Stefan Gohlisch

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