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07:30 09.12.2018
Menschen, die das Schenken im Griff haben, müssen nicht zwingend mehr Fantasie haben. Mehr Geld reicht oft schon. Oder eben Listen. Quelle: cash1994/shutterstock
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Hannover

Vorweihnachten ist auch die Zeit des Erinnerns. Sich und andere. Die Zeit der Hastduschons und Wolltestdunichtnochs. Die Zeit der To-schenk-Listen, die sich in reguläre Spielzeit und Nachspielzeit, die Notgeschenkzeit, gliedert.

Die reguläre Spielzeit wird immer wieder beeinflusst von unausweichlichen Weihnachtsfeiern, geplant („Liebe Kolleginnen und Kollegen, alle Jahre wieder ...“) und spontan („Lumumba, oder was?“) und deren nächstmorgendlichen Auswirkungen. Wie soll man sich da vernünftig auf die Abarbeitung anderer Aufgaben konzentrieren?

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Personenbezogene Weihnachtsdaten

Alles eine Frage der Listen. Menschen, die das Schenken im Griff haben, müssen nicht zwingend mehr Fantasie haben. Mehr Geld reicht oft schon. Oder eben Listen. Personenbezogene Weihnachtsdaten. Lange Aufreihungen mit den Vorlieben und Abneigungen sämtlicher Personen, die als zu Beschenkende infrage kommen.

Mit der Präsentchronik der vergangenen Jahre und stichwortartigen Notizen zur jeweiligen Reaktion nach dem Aufmachen („Hammer!“, „Ja, danke“, „Jetzt hab’ ich zwei“). Mit einem solchen Present-Profiling lässt sich die Geschenkeauswahl engführen. Für Ungeübte würde dieser Prozess allerdings bis Mitte Februar dauern.

Ungeübte hoffen auf den Satz „Wir sollten uns nichts mehr schenken.“ Klammer auf, jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind, Klammer zu. Genau! Nichts mehr schenken. Spart Geld, spart Zeit, spart peinliche Momente in Parfümerien und Hygieneabteilungen von Supermarktdrogerien.

Keine Geschenke!

Und spart diesen von einem Geschäftsessenlächeln begleiteten Auspackerblick, der sagt: Das ist das Einzige, was dir in den vergangenen zwölf Monaten eingefallen ist? Bei dem man zurücklächelt und denkt: Ja, genau.

Also: Keine Geschenke! Für Menschen, für die das Schönste an Weihnachten der 27. Dezember ist, einzige Vertragsbedingung: Wer sich nicht dran hält, muss die nächsten zehn Xmas-Hohohome-Events oder wie das Fest der Feste dann auch immer heißt, allein organisieren. Und schon ist das Thema elegant delegiert.

List Christmas, I gave you my heart!

Von Uwe Janssen