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Kultur Liam Neeson schlägt im Kino doppelt zu
Nachrichten Kultur Liam Neeson schlägt im Kino doppelt zu
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12:31 13.04.2012
Foto: Liam Neeson nimmt den Kampf gegen hungrige Wölfe auf.
Liam Neeson nimmt den Kampf gegen hungrige Wölfe auf. Quelle: Universum
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Hamburg

 Für viele ist Liam Neeson untrennbar mit dem Industriellen Oskar Schindler verbunden, der im Dritten Reich Hunderten von Juden das Leben rettete. Den spielte Neeson in Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ (1993) und schaffte damit endgültig seinen internationalen Durchbruch. Seitdem ist der nordirische Schauspieler immer wieder in Charakterrollen zu sehen – oder in aufwendigen Actionspektakeln wie als Jedi-Meister in „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“. Jetzt kommt der 59-Jährige in „Battleship“ wieder mit einem Science-Fiction-Film in die Kinos und mit „The Grey“ als einer, der den anarchischen Kampf mit einem wilden Rudel Wölfen aufnimmt.

In „The Grey“ soll John Ottway (Neeson) Mitarbeiter einer Ölbohrstation in der Wildnis Alaskas vor den Wölfen schützen. Da sieht man zu Beginn diesen Mann, der nicht dazuzugehören scheint. In sich gekehrt, sitzt er am Tresen zwischen Raufbolden und Säufern. Wenig später steckt er sich vor der Kneipe in der Ödnis den Lauf seines Gewehrs in den Mund. Dazwischen immer wieder Einblenden, wie er mit seiner verstorbenen Frau unter einem weißen Laken liegt, mit ihr spricht, einen Abschiedsbrief verfasst. Doch Ottway drückt nicht ab. Stattdessen begibt er sich mit den anderen in einem Flugzeug zurück in die Zivilisation – und stürzt inmitten der weißen Hölle ab.

Dort, zwischen den Wrackteilen, müssen die acht Überlebenden gegen Hunger und Kälte, die Angst und ihre Schmerzen kämpfen. Und dann taucht auch noch ein Rudel blutrünstiger Wölfe auf, das die Männer auf ihrer Suche nach Rettung verfolgt und immer wieder anfällt.

Die Geschichte bietet nicht viel Überraschendes: Es geht um Männerfreundschaften und die unterschiedlichen Charaktere, die in dieser Ausnahmesituation aufeinandertreffen und von denen einer nach dem anderen den Wölfen oder der Wildnis zum Opfer fällt. Die metaphorische Ebene – Mensch gegen Tier – deutet Regisseur Joe Carnahan („Das A-Team – Der Film“)  nur sachte an. In „The Grey – Unter Wölfen“ geht es ums nackte Überleben – auch für die Wölfe, die allerdings in ihrer tricktechnischen Ausgestaltung mit fletschenden Zähnen und im Dunkeln leuchtenden Augen eher etwas lächerlich wirken.

Und doch entfaltet der Film mit seinen großartigen Bildern und den ruhigen, langen Einstellungen, die von der Angst, der Hoffnungslosigkeit aber auch Entschlossenheit erzählen, durchaus seine Spannung, woran Liam Neeson als markiger, wortkarger und verlorener Mensch einen entscheidenden Anteil trägt. In den USA schoss dieser Thriller beim Start direkt auf die Spitzenposition und verdankte das zum großen Teil einem männlichen Publikum.

Vor allem männliche Zuschauer dürfte auch der Weltuntergangsthriller „Battleship“ begeistern. In dem mehr als zweistündigen Epos schickt Regisseur Peter Berg eine internationale Kriegsflotte in den Pazifik. Dort steigt plötzlich eine gigantische Kriegsmaschine aus der Tiefe und mit ihr Aliens, die die Welt erobern wollen.

Neeson spielt darin den Admiral Shane, dessen Tochter von Offizier Alex Hopper (Taylor Kitsch) umgarnt wird, dessen Bruder wiederum (Alexander Skarsgard) ebenfalls in der Einheit kämpft. Und dann ist da noch Popikone Rihanna als Waffenexpertin. Die Geschichte ist nicht gerade anspruchsvoll, aber in ihrer Inszenierung feinstes Hollywood-Katastrophenspektakel.

dpa

13.04.2012
Matthias Halbig 13.04.2012
Matthias Halbig 13.04.2012