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Kultur 12 000 feiern die Kunstfestspiele
Nachrichten Kultur 12 000 feiern die Kunstfestspiele
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19:41 12.05.2019
Anschneiden der Geburtstagstorte mit Bürgermeister Thomas Hermann (von links), Marlis Drevermann, Elisabeth Schweeger und Ingo Metzmacher
Anschneiden der Geburtstagstorte mit Bürgermeister Thomas Hermann (von links), Marlis Drevermann, Elisabeth Schweeger und Ingo Metzmacher
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Hannover

Gerade mal zehn Jahre alt geworden und schon ganz schön erwachsen: Die Kunstfestspiele feierten runden Geburtstag und hatten einfach alle eingeladen, die sich eingeladen fühlen – und die Schwellen der ansonsten ein wenig hermetischen Veranstaltungen angenehm abgesenkt.

12 000 feiern mit, drängeln sich um die Geburtstagstorte, freuen sich über die taktstarken Polka-Klänge von Opus 112, der Kapelle der Berufsfeuerwehr Hannover – hier dirigiert vom Meister persönlich, der ansonsten eher an die Wiener Philharmoniker und Salzburger Festspiele gewöhnt, das hier aber mit dem nötigen Ernst bewältigt.

Denn das zeichnet die Kunstfestspiel aus, dass hier keine halben Sachen gemacht werden. Was auch für diese besondere Geburtstagssause gilt. Der Eintritt ist zwar frei, die Qualität aber unverändert hoch. Wenn dann in der Orangerie das sperrig-meditative Filmkunstwerk „Rivers and Tides“ von Andy Goldsworthy und Thomas Riedelsheimer läuft, eine leicht elitäre Sache, 20 Plätze, mehr sind nicht gleichzeitig zugelassen. Schlangen bilden sich trotzdem nicht.

Schon eher vor der Galerie, in der Tarek Atoui mit seinen schlagwerkstarken elektronischen Klangerkundungen, das macht dann sogar ganzen Familien Freude, die sich auf den Boden gelagert haben. Und irgendwann geht zwischen Orangerie und Galerie nur noch wenig, die Geburtstagstorte wird angeschnitten mit einer goldenen Zehn in der Mitte, lange Tische sind aufgebaut.

Los geht die Feier mit einer besonderen Marsch durch die Nordstadt – die Kunstfestspiele beziehen immer mehr die Stadt mit ein. Die Performer von Cie. Willi Dorner zeigen „Bodies in Urban Spaces“. Und das hat dann schon Schauwert, wie junge, durchtrainierte Körper in alle möglichen und unmöglichen Fenster, Nischen, Baulücken gequetscht sind.

Und klar, dass bei einem Geburtstag auch heftig getanzt wird: Das Festivalzelt wird in der Dämmerung per DJ in ungedämpfte Schwingungen versetzt.

Das hat alles soviel Spaß gemacht, vielleicht sollte man den elften Geburtstag auch so feiern, und den zwölften und den dreizehnten ...

Von Henning Queren