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Kultur Kritik zu Dieter Nuhr in Swiss-Life-Hall: Nuhr seine Meinung
Nachrichten Kultur Kritik zu Dieter Nuhr in Swiss-Life-Hall: Nuhr seine Meinung
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13:32 13.01.2019
Er hat seinen Spass: Dieter Nuhr scherzt in der Swiss-Life-Hall. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Mit einem „Schnüpfchen“ ist Dieter Nuhr in Hannover aufgeschlagen, sagt er, und vielleicht ist es auch sein letzter Auftritt in der Landeshauptstadt. „Huch“, da erschrecken sich gut 3800 Zuschauer in der Swiss-Life-Hall. Doch die Entwarnung folgt – das letzte Mal „in der Kanzlerschaft von Merkel“, schränkt er ein. Dann legt er los, „Nuhr hier, nur heute“ ist der Titel seines aktuellen Programms.

Deutsche Umwelthilfe am Pranger

Das ist zeitgemäß bestückt: Feinstaub-Paranoia und Pegida-Blödsinn, AfD-Tölpel und die Medien, den Fußball will er in Hannover lieber nicht erwähnen, als gebürtiger Düsseldorfer und lebenslanger Fortuna-Fan. So richtig schlau wird man aus Nuhr nicht, zu zwiespältig ist sein Witze-Kanon, seine Einstellung folgt einer eigenen Logik. Geht es etwa um Geschäfte mit Marokkanern und Weiß-Russen (beim notorischen Autohandel beispielsweise) spricht er von „denen da unten“. Auf der anderen Seite preist er die „Kompromiss-Pflicht“ einer Gesellschaft, die eine Demokratie erst ausmache.

Dann wiederum beschimpft er die Medien als „Ursache der Unzufriedenheit der Bürger“, denn „Katastrophen bringen Auflage und Klicks“. Verallgemeinerungen und Generalverdächtigungen, da bestätigen sich Vorurteile, und niemand bekommt seine zweite Chance. Die Deutsche Umwelthilfe prangert er wiederholt an, deren „Feinstaub-Verbissenheit“ ließen die sich gut bezahlen, die Hipster in den städtischen Szenevierteln verspottet er selbstverständlich auch.

Nuhr: Burka „Sack mit Sieb“

Dieter Nuhr ist ein wütender Westdeutscher. Er kämpft in jede Richtung. Seine Gender-Jokes sind Witze über bärtige Frauen: „Wo gibt es hier Frauen mit Bart? In Celle, habe ich mir sagen lassen“. Da kreischt der Hannoveraner, und der Cellenser wundert sich. Die Burka ist „ein Sack mit Sieb“, und natürlich sei es jedem selbst überlassen sie zu tragen oder nicht – nur die Hässlichen müssten dazu verpflichtet werden.

Auf der anderen Seite „möchte er davon nicht behelligt werden!“. Selbst wenn sich jemand dabei auf den „lieben Gott“ berufen sollte. Der Burka-Tadel kommt mit kruden Religions-Vergleichen, obwohl er doch eigentlich „Ideologen, Populisten und Heilsprediger“ abmahnen will.

Nuhr feiert 30 Jahre Bühnenshows

„Es gab früher eine Strafe, die hieß Hausarrest“, jetzt knöpft er sich die „dicken Kinder“ vor, doch das existierende Mobbing-Problem an den Schulen schätzt er komplett falsch ein. Da kann man nicht einfach Erfahrungen aus den 70er Jahren mit heutigen Attacken in den Netzwerken vergleichen.

Dieter Nuhr feiert sein 30-jähriges Bühnenjubiläum, einst war er Gründungsmitglied der Grünen, hat sie aber verlassen, als die sich in Grabenkämpfen zwischen Realos und Fundis verstrickten. Manchmal stammelt und stottert er, überschlägt sich stimmlich, aus gespielter Ungläubigkeit oder um Pointen unter Spannung zu setzen, seine Dynamik ist professionell.

Nuhr beharrt auf seiner persönlichen Freiheit und sein „Recht auf Unvernunft“. Denn „der Staat ist nicht die Mutter aller Bürger!“ Das Publikum ist bei ihm, lacht und klatscht begeistert. Nach zwei Stunden endet Nuhrs Ein-Mann-Show mit einem rechtfertigenden Hinweis: „Witze sind immer respektlos“.

Von Kai Schiering

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