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Kultur Kelly Family in der Tui-Arena: Große Feier mit der Familienbande
Nachrichten Kultur Kelly Family in der Tui-Arena: Große Feier mit der Familienbande
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22:35 05.12.2019
Erfolgreiche Familienbande: Die Kelly Family, begeistert ihre Fans in der Tui-Arena. Quelle: Fotos: Franson
Hannover

Sie sind „über dem Berg“ und wieder an der Spitze angekommen – The Kelly Family, unterwegs auf großer Jubiläumstour. In der Tui-Arena begeistert die wohl bekannteste musikalische Familie ihre 9000 Fans.

Und da gibt es einiges zu feiern, die Kellys spielen ihr gleichnamiges Erfolgsalbum „Over The Hump“ erstmals live und in voller Länge. Keine Überraschung, die Spannung ist auch nach einem Vierteljahrhundert entsprechend hoch, schon am Eingang ist diese Aufregung greifbar, „ich kann bei jedem Lied mitsingen. Wirst schon sehen“, sagt eine Frau zur Freundin.

Lyrische Herzensangelegenheiten

Viele Fans sind mit den Kellys gealtert und sichtlich erwachsen geworden, von „ihrer“ Family erwarten sie Balladen und lyrische Herzensangelegenheiten, Pop-Einfachheiten und mehrstimmige Choreinlagen. Mit wenigen Ansagen schießen die Kellys durch ihr langes Programm mit mehr als 30 Liedern.

„Why Why Why“ überrascht als schmissiger Opener, mit dem Kleinstadt-Rock wird die Lauflinie des Abends kalibriert. Die typischen Kelly-Hits sind der gemeinsame Nenner zwischen Fans und Family: Auf Englisch, Spanisch und Französisch wird gesungen, die Kelly Family erfreute Fans und Friends in ganz Europa. So wurden aus Straßenmusikern Superstars, nach einem langen Weg und ohne festen Wohnsitz.

Patricia Kelly ist krank

Sie stürmten die „Bravo“-Cover und Kinderzimmer-Poster. Doch Rock ‘n‘ Roller sind sie in jedem Fall, „It’s a long way to the top“, stöhnten schon AC/DC über jene Opfer, die gebracht werden müssen. Patricia Kelly ist krank und hat von den Ärzten Bühnenverbot erhalten – trotzdem singt sie mit der Unterstützung des Publikums wenigstens ein Lied, „First time“.

Was für eine erfolgreiche Familie: Seit Jahrzehnten begeistern die Kellys ihre Fans. Nun spielten sie in der Tui-Arena vor 9000 Fans groß auf.

Dann tauschen sie ihre Instrumente, singen mit Leichtigkeit und Freude, überreichen sich das Mikrofon, denn jeder will und soll mal Frontmann oder Frontfrau sein. Die Familie rockt zu einem starken Gitarrensolo von Joey Kelly und dem notorischen Schlagzeugsolo von Angelo. Der Hype lebt. Wie zu ihrer großen Zeit Anfang der 90er-Jahre.

Optisch noch Hippies

Die musizierende irische Großfamilie war eine der kommerziell erfolgreichsten Formationen ihrer Zeit. „Das war ,Over The Hump’“ freut sich Angelo zum Ende des ersten Teils. Er war einst das Nesthäkchen, nun ist er Kopf der Familie. Für viele Fans ist das die erste Erfahrung mit dieser Nostalgie. Der Frauenanteil ist hoch, viele junge Leute sind da, alle feiern ausgelassen.

Joey macht im schwarzen Glitzer-Anzug und den Plateau-Boots auf dicke Schlaghose – optisch sind die meisten Kellys noch Hippies.

Nur ohne Mastermind Paddy Kelly, denn Paddy ist inzwischen als Michael Patrick Kelly erfolgreich, und das nicht nur bei „Sing meinen Song“. Auch Maite Kelly ist eine ehrgeizige Schlagersängerin, und Barby ist schon lange aus der Band ausgeschieden. Und auch wenn die Kellys von elf auf sechs Nasen geschrumpft sind, es stört die Fans nicht. Denn bei ihrer Lieblingsband dreht sich fast alles um die Liebe. Meist mit großer archaischer Geste und viel Pathos.

Die Grenzen zum Kitsch werden ausgehebelt, so wie bei ihrem größten Hit „An Angel“. Da singen nicht nur alle Familienmitglieder, sondern auch die Fans bis hoch in den Oberrang. Jimmy Kelly performt mit angerauter Rocker-Stimme. Paul Kelly tanzt mit Rauschebart und Schottenrock und mimt den Oberkelten.

Abstecher in die Vergangenheit

Einen Abstecher in die Straßenköter-Zeit der Band wechselt sich mit ruhigen Liedern wie „Cover the Road“ ab, Musik zum Schwelgen, Erinnern und zum Träumen. Und wenn es mal ganz romantisch werden soll, zaubern die Kellys noch „White Christmas“ aus dem Ärmel. Dazu starke Hits wie „Fell in Love With an Alien“ und „I can‘t help Myself“; „We were so young“ klingt da schon fast wie eine Entschuldigung – doch die Bande hielt.

Kathy schmettert „Baila Mi Corazon“, Joey „Never Gonna Break Me Down“ und Paul die irische Weise „Star of the Country Down“. Johns „El Camino“ überzeugt mit geballter Faust Richtung Himmel. Alle zusammen singen „Go Down Moses (Let my People Go)“. Und zum Schluss, das ist wie ein Mantra, „We had a dream, one big family, where people sing“. Eine große Familie, und alle singen – das ist ihnen geglückt.

Von Kai Schiering

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