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Kultur Kapelle Petra machen sich „Nackt“
Nachrichten Kultur Kapelle Petra machen sich „Nackt“
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15:13 29.03.2019
Kapelle Petra: (von links) Rainer „Der tägliche Siepe“ Siepmann, Guido „Opa“ Scholz, Markus „Ficken“ Schmidt. Quelle: Sonja Berg sonja@trashpilotin.de
Hannover

„An irgendeinem Tag wird die Welt untergehen“, singt Guido „Opa“ Scholz: „doch an allen anderen Tagen halt nicht.“ Bis dahin: Augen auf und durch, genießen, was ist, und dazu vielleicht das neue Album „Nackt“ hören, das Scholz seiner Band Kapelle Petra geschrieben hat.

Der Titel sei wörtlich zu nehmen, erzählt Scholz: „Wir wollten weniger experimentell, mit weniger Effekten und Synthesizern machen, nackter halt.“ Also haben sich die drei Musiker (live kommt bekanntlich noch die wenig grazile lebende Bühnenskulptur „Gazelle“ hinzu) im Studio eingeschlossen und über die ganze Länge mit dem Produzenten Tobias Röger zusammengearbeitet.

Man kennt sich aus der gemeinsamen Heimat. Damals war Röger bei der Punkband Wohlstandskinder; heute ist er einer der begehrtesten Produzenten und Songschreiber Deutschlands, arbeitet mit Musikern von Johannes Oerding bis Wolfgang Petry.

„Das war gut für uns, Input von außen zu bekommen, weil wir sonst immer unser eigenes Süppchen kochen“, sagt Scholz: „Jetzt sind wir viel näher an unserem Live-Sound.“ Schon das vergangene Kapelle-Petra-Album „The underforgotten Table“ (mit zwei Röger-Kooperationen) war mit feinem Indiepop eine radikale Absage an die Schublade der Klamauk-Band, in der sie sich seit ihrem Youtube-Millionenhit „Geburtstag“ von 2002 befinden.

„Nackt“ zeigt die Kombo deutlich gereift. Kapelle Petra verhalten sich zur bierernsten Hamburger Schule um Blumfeld und Tocotronic wie Erich Kästner zu Thomas Mann, mindestens ebenso klug und wortgewandt, aber von einer Leichtigkeit, die einem in Deutschland immer den Ruf mangelnder Ernsthaftigkeit einbringt.

Die Musiker zeigen Ecken und Kanten, die schönsten Melodien und viele beiläufige Wahrheiten. „Abstinenz führt auch nicht zu Unsterblichkeit“ zum Beispiel, aus dem Song „Also stoßen wir an“. Er habe einen Song über das Feiern schreiben wollen, aber einen, den man – im Gegensatz zu „Tage wie diese“ von den Toten Hosen – „definitiv nicht auf CDU-Parteitagen spielt“.

Es ist eine wunderbar kaputte heile Welt, die Kapelle Petra besingen, über das Leben in der Nische („Seitdem ich Johnny Cash bin“) und das Unperfekte: „Du weißt, wie erwachsen geht, doch bist am liebsten im Bällebad“ heißt es im hinreißenden Liebeslied „Weltkulturerbe“. Und manchmal genügt halt auch eine „Bundesjugendspieleteilnahmebescheinigung“ zum Glücklichsein. Was nervt? Der allgemeine Optimierungswahn („Alles ist gut“) und musikalischer Einheitsbrei: Man möge doch „Blumenkohl am Pillemann“ von Die Kassierer auf Dauerrotation spielen, fordert Scholz in „Radio an“.

Einfach mal das Falsche machen, aber richtig. „Es nervt so derartig, dass man nicht mal gemütlich mit einer Dose Bier im Park sitzen kann, ohne gleich als asozial zu gelten“, sagt Scholz: „Dabei braucht man manchmal halt die Freiheit, sich selbst zu zerstören.“ Lustvoller als zu diesem Album geht das kaum.

„Nackt“ (Own Label Services/Rough Trade) ist bereits erschienen. Live stellen es Kapelle Petra am 13. April im Musikzentrum vor. Karten (20,50 Euro) gibt es in den NP-Ticketshops.

Von Stefan Gohlisch

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