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Kultur „In-Out-Side“ feiert das allzu Menschliche
Nachrichten Kultur „In-Out-Side“ feiert das allzu Menschliche
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17:09 24.02.2019
„In-Out-Side“: Szene mit (von links) Abdulrahim Aljouja, Roula Thoubian, Grace Pernar und Grace Pernar, Quelle: Moritz Küstner
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Hannover

Sie essen gemeinsam. Das vereint Menschen, immer schon. Erinnern sich, an ihre Kindheit, ihre Heimat, an das, was bleibt, und das, was verloren ist. Eine denkt bei der Mahlzeit – der Salat Taboulé – an die Großmutter, einer an Bombennächte. Glück und Tragik liegen eng beieinander bei diesem kompakten Theaterabend.

„In-Out-Side“ heißt das Stück, das im Ballhof auch ein mehrtägiges Forum für Diversität im Theater eröffnete. „Eine kollektive Autobiografie“ lautet der Untertitel dieser Inszenierung des „Yalla“-Ensembles des Staatstheaters. Die Darsteller – in Hannover lebende Zuwanderer aus verschiedenen Ländern – stellen dar, was existenziell menschlich ist. Das Spiel. Die Liebe. Die Musik. Die Gemeinsamkeit. Die Angst. Der Verlust.

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„Ich habe mir damals wirklich gewünscht, einfach zu verschwinden“, erinnert sich Roula Thoubian, das Alter Ego von Dramaturgin Rania Mleihi, die auch den Text schrieb. Sie baut eine zauberhafte Hommage an ihren langjährigen, seit 2012 verschollenen Wegbegleiter aus syrischen Tagen ein: Zaki Kordillo, der das inzwischen zum Weltkulturerbe erklärte syrische Schattenspiel am Leben hielt. Und so wird die Ludwig Thomas bayrische Satire „Der Münchner im Himmel“ mit einem Ali in der Hauptrolle und Super-Mario-Soundtrack nacherzählt.

Ein eindringlicher Bilderbogen, von Laien gespielt und erzählt. „Jeder darf auf der Bühne stehen; jeder hat etwas zu sagen“, sagte Mleihi bei der Eröffnung des Diversitätsforums. Es ist etwas in Gang gekommen am Schauspiel Hannover. Unter der neuen Intendantin Sonja Anders wird es ab Sommer voraussichtlich noch diverser werden. Wie im Spiel, das hier zur Daseinsmetapher wurde, gilt: Ein Teil ist Glück, der Rest Strategie.

Weitere Termine finden Sie hier.

Von Stefan Gohlisch

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