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Kultur Im Opernhaus endet die Ära Klügl
Nachrichten Kultur Im Opernhaus endet die Ära Klügl
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13:35 07.07.2019
Bewegend: Im ersten Teil der Abschlussvorstellung im Opernhaus präsentierte sich das Ballett. Quelle: Foto:_Franson
Hannover

Michael Klügl betrat die Opernhaus-Bühne und kam fürs Erste nicht zu Wort – das Publikum machte mit frenetischem Beifall von vornherein deutlich, welches Fazit es nach den 13 Jahren der Klügl-Ära zieht.

Der Intendant musste sich also etwas gedulden, bis er seine Abschieds-Gala einläuten und ihren Titel „Ende Spaß“ erklären konnte: Die mehrdeutige Formulierung beruht auf einem Insider-Gag, den Klügl und seine persönliche Referentin Nicole Novak jeweils zum Saisonabschluss anzubringen pflegten.

Spaß hatten die Besucher jedenfalls an diesem Abend massig, und die einzige Spaßbremse trug den Namen Petrus: Nach wochenlanger Trockenheit zog just für die Dauer der Gala ein Regenfeld über Hannover – das Picknick während der einstündigen Umbaupause, für das man extra Rasen auf dem Opernplatz hatte ausrollen wollen, musste daher entfallen.

Zwei Hände reichten bei weitem nicht aus, um die Abschiede zu zählen: Neben Klügl verlassen Generalmusikdirektor Ivan Repušić, Ballettdirektor Jörg Mannes, zahlreiche Mitarbeiter und Ensemblemitglieder die hannoversche Oper.

Das Abschluss-Interview mit Jörg Mannes lesen Sie hier.

Der erste Teil der Gala gehörte dem Tanz, und der Querschnitt durch Mannes‘ choreographisches Schaffen war voller Highlights: So konnte man etwa mit Catherine Franco und Denis Piza noch einmal das Dream-Team in Sachen Pas de deux erleben, und die 47-jährige Cássia Lopes steckte als Alma Mahler-Werfel aus der jüngsten Produktion „1-2-3… Ein Walzertrauma“ gleich ein halbes Dutzend Männer in die Tasche.

Das Abschluss-Gespräch mit Ivan Repušić lesen Sie hier.

Jörg Mannes bedankte sich anschließend mit leicht schwankender Stimme für „13 wunderbare Jahre“ und präsentierte zum Abschluss eine wunderschöne Kurzchoreographie, die auf den Erinnerungen aller Beteiligten beruht – aus individuellen Bewegungsfolgen fand das Ensemble stetig zum gemeinsamen Tanz zusammen.

Nach der picknickfreien Pause war die Oper an der Reihe. Orchester und Chor bevölkerten die Bühne, Ivan Repušić konnte im Beifall baden, noch bevor er den Taktstock erhoben hatte. Und dann ging die Post ab: Khatuna Mikaberidze betörte mit der Santuzza-Arie „Voi lo sapete“ aus „Cavalleria rusticana”, Kelly God zeigte solo und im Duett ihre Klasse, Brian Davis verbreitete gleich mehrfach seinen bewährt grimmigen Charme.

Das Abschluss-Interview mit Michael Klügl lesen Sie hier.

Größere Besetzungen bewegten sich mit „Dite: chi è quella femina?“ aus „Die Italienerin in Algier” in schwindelerregende Virtuosität oder setzten mit der „Falstaff”-Schlussfuge ein markiges Ausrufezeichen – bevor Daniel Drewes als Dessert Kurt Weills „Tschaikowsky” servierte, dessen Text sich auf osteuropäische Komponistennamen beschränkt.

Der Rest war Jubel. Im Zuschauerraum erhob man sich, auf der Bühne wurde es voll, wobei sich Michael Klügl, ohnehin kein Freund der überschäumenden Geste, eher dezent unter seine Mitstreiter mischte. Und so spaßig der Abend auch war, konnte man doch irgendwie die Dame verstehen, die anschließend an der Garderobe gestand: „Ich habe ein paar Tränen verdrückt.“

Von Jörg Worat

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