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Kultur Hypnotisch: Jan Lisiecki im Kuppelsaal
Nachrichten Kultur Hypnotisch: Jan Lisiecki im Kuppelsaal
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14:18 10.02.2019
Junger Meister: Jan Lisiecki. Quelle: Foto: Katrin Kutter (Archiv)
Hannover

Er sieht ein bisschen aus wie der Justin Bieber des Klaviers und hat auch entsprechende Fans. Aber man soll sich nicht täuschen lassen: Jan Lisiecki (sprich: Lischetzki) gehört mit seinen 23 Jahren zu den ganz Großen – was er mit Rachmaninows zweitem Klavierkonzert im Kuppelsaal demonstrierte.

Und dabei bemerkenswerte Konsequenz zeigte, indem er „Rach 2“ besonders auf seine melancholischen und poetischen Seiten abtastete. Als wenn einer mal sehen möchte, wie viel Chopin hier drin steckt.

Kein Virtuosengedonner à la Weissenberg und Barto, schnell und laut können alle. Das hatte schon große Klasse, wie Lisiecki für die Eingangsakkorde ganz viel Zeit hatte, immer wieder absetzte und neuen Anlauf nahm. So gedehnt und hypnotisch bekommt man das selten.

Aber auch die Bewältigung des abschließenden Allegro war manuell und von der Gestaltung her fabelhaft. Die Tschechische Philharmonie unter Semyon Bychkov rückte das Ganze mit knallenden Pauken und strahlendem Blech in Richtung Filmmusik.

Der Tschaikowsky nach der Pause wurde dann sehr seriös serviert, Maß, Form und moderate Temperaturen für die „Winterträume“, die dessen erste Sinfonie im Titel trägt. Dickes Lob für das Orchester, das hier keine Wünsche offen ließ. Wunderbarer Streicherklang, sattes Bassfundament – für die tiefen Streicher gab es Extra-Applaus. Und für das Publikum in der herausgeklatschten Zugabe einen „Ungarischen Tanz“ von Brahms als Virtuosenreißer. Tolles Konzert.

Von Henning Queren

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