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Kultur Helge Schneider macht „Paardy“ im Kuppelsaal
Nachrichten Kultur Helge Schneider macht „Paardy“ im Kuppelsaal
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14:07 08.02.2019
Spassmacher: Helge Schneider bei seinem Auftritt im Kuppelsaal. Im Hintergrund: Bassist Ira Colemann. Quelle: Samantha Franson
Hannover

„Alberner Helge!“ Das geflügelte Wort hört man schon am Einlass des Kuppelsaals. Der große Festsaal ist fast ausverkauft, die Zuschauer sitzen im Kreis um die Bühne herum, knapp 3000 Komik- und Jazz-Fans freuen sich auf den 63-jährigen Allround-Künstler aus Mülheim an der Ruhr.

Neben dem Klavier steht eine Leiter, Helge Schneider kommt, das Saxofon spielend, auf die Bühne: „War der Kuppelsaal mal eine Radsporthalle?“. So liebt man ihn, seinen verrückten Gang, das verschmitzte Lachen, die komische Sprache: „Dance to de Mudik“ singt er, und „Move your Body!“. Das groovet, gerade weil ihm sein Gesangsrhythmus egal ist.

Hinter ihm, da sitzen „die Armen zusammen mit den Reichen in einem Raum“, aber „that’s life!“, so ist das nun mal bei Schneider, da kann man nichts machen. „Ganz schmal gekotzt“ hatte er einst im Flugzeug, und seine Geschichten sind noch immer so absurd, wie übermütig.

Im Lied „Wundertüte des Lebens“ erstaunt er mit Zeilen wie „Bonbons aus Mehl und zerdrückten Raupen“. Helge ist ein Beobachter, schon als Vierjähriger hatte er seinen Block mit Karikaturen der Originale aus dem Pott unterhalten. Nicht umsonst heißt seine laufende Tour „Ordnung muss sein!“. Auch so ein typisch deutscher Spruch, Helge greift mit seinem Witz auf eine BRD zurück, die es so höchstens in den veralteten Biotopen der Großstädte noch gibt.

Ein gespielter Mikrofon-Ausfall zeigt den Sprachakrobaten in ihm, den kitschigen Flügel hat er angeblich aus dem Schlafzimmer eines Zuhälters. Bei „Telefonmann“ freuen sich die Fans, obwohl er es fast doppelt so schnell singt und spielt wie gewohnt.

„Wenn ich damals nicht so viel Kaffee getrunken hätte, wäre ich jetzt noch am Leben“. Diese Sprach-Logik erinnert an Karl Valentin, und mit dem Hörspiel „Leberwurst aus dem Privatvermögen“ geht es nach der Pause in das zweite Set.

Schneider spielt den Gitarrenclown, den enervierenden Kabel-Brummer nutzt er schamlos aus, danach duellieren er und sein Gitarrist Henrik Freischlader sich kompetent. Auch Schneider ist in der Neuzeit angekommen: „Paardy“, ruft er, und „nice!“ Selfies macht er mit einem analogen Telefon. „Wie geil ist das denn?“, stöhnt er dabei.

Und mit seinem Cello imitiert er einen Gimpel, einen Bauern und ein französisches Atomkraftwerk. Darauf muss man erstmal kommen. Beim „Meisenmann“ kreischt das Publikum, während Sergej Gleithman den Vogel tanzt. „This is a political Song!“

Mit Langhaarperücke und offenem Hemd klagt er „Trump, Trump, Trump“, und damit hat er auch schon alles zu dem Thema gesagt, denn: „Die sozialkritischen Songs sind meine stärksten!“.

Seit mehr als 40 Jahren ist er auf der Bühne zuhause, viel Zeit hat er mit dem inzwischen schon 80 Jahre alten Peter Thoms, seinem Jazz-Schlagzeuger, verbracht. Und mit einer Jazzsession leitet er auch das Showende ein. Aber eine Frage hat er noch: „Ist Hannover 96 eigentlich gut? Oder sind die unsympathisch?“

Von Kai Schiering

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