Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Hannovers nächster Ballett-Chef zeigt, was er kann
Nachrichten Kultur Hannovers nächster Ballett-Chef zeigt, was er kann
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:53 05.12.2018
Eindringlich: Szene aus Marco Goeckes Choreografie „Walk the Demon“. Quelle: Rahi Rezvani
Hannover

Menschen, die wie unter Starkstrom vibrieren, Eisnebel wallen, eine Atmosphäre wie in einem hypnotischen Zukunftsfilm, irgendwo läuft im Halbdunkel ein Tier über die Bühne, und am Ende kracht aus den Lautsprechern ein Feuerwerk. Der Titel passt: „Walk the Demon“ heißt das Halbstundenstück, das zeigt, wie der Tanz in Hannover in Zukunft aussehen wird: in jeder Hinsicht aufregend, suggestiv und so ganz, ganz anders.

Von Marco Goecke stammt die Choreografie, er wird ab der nächsten Saison der neue Ballettchef der Staatsoper sein. Den „Demon“ hatte das Nederland Dans Theater im Tourgepäck. Die Weltklassetruppe war für ein dreiteiliges Gastspiel in Hannover.

Typisch für den Goecke-Stil ist das frische Stück (Premiere vor einem Monat in Den Haag). Ein Stil, der in der internationalen Tanzszene ziemlich einmalig ist: Die Tänzer scheinen zu zittern, zappeln, aber alles in hochexakten Formen. Tanzmuster entstehen, die irreal und gleichzeitig natürlich wirken, schnelle Stop-Motion-Bewegungen, die wie gegen die Anatomie entworfen sind – alles ist von ebenso verstörender wie faszinierender und unvergleichlicher Schönheit. Und zu allem singt hier im Hintergrund Anthony & the Johnsons mit rauer Stimme: „All life and love is a Thank you, hello and goodbye“.

Der Applaus ist reichlich und enthusiastisch, was natürlich ebenso den sensationellen Tänzern gilt, Die braucht man nämlich für solche Stücke. Marco Goecke muss für Hannover seine eigene Compagnie zusammen stellen – das dürfte bei ähnlichen Ansprüchen nicht einfach werden.

Wie gut die niederländischen Tänzer sind, zeigen sie auch bei den beiden anderen Stücken des Abends. Die kanadische Tanzmacherin Chrystal Pite hatte eine „Partita for 8 Dancers“ entworfen: purer Tanz auf eine Tonspur aus Zahlen, Worten und Vocalisen. Das ist Konzeptkunst mit enormen Ansprüchen an die Koordination der Gruppe – bei der jeder Tänzer auch seine Individualität zu beweisen hat. Und das vor einem bemerkenswerten Bühnenbild, das eine Sonnendämmerung am Horizont aufscheinen lässt.

Am nächsten dran am Gewohnten ist die abschließende „Singulière Odyssée“ vom Altmeister-Paar Sol León und Paul Lighfoot. Den Wartesaal eines Bahnhofs zeigt das Bühnenbild, untermalt von Max Richters wellenförmigen Streicherklängen kommen immer mehr Tänzer auf die Bühne, erobern den Raum, nehmen ihn als Durchgang und variieren die Standards des Reisen, das Gehen, Treffen, sich wieder Entfernen.

Und am Ende wird es herbstlich, wenn unzählige Laubblätter vom Bühnenhimmel schneien. Der Applaus ist dann schon nicht mehr ganz so heftig wie beim Goecke-Stück.

Von Henning Queren

Ein hochaktuelles Thema in der Reihe „ABC der Demokratie“ in Cumberland: Digital-Vordenker Sascha Lobo sprach über „F wie Facebook“.

05.12.2018

Der Held aus Peter Maffays Musikmärchen für Kinder ist zu guter Letzt auch im Kino angekommen: Dem Film „Tabaluga“ (Kinostart am 6. Dezember) ergeht es dabei wie seinem Helden – er hat kein Feuer.

05.12.2018

Für den Comedian geht ein Traum in Erfüllung: Er wird der Gastgeber Oscar-Preisverleihung 2019 sein. Doch ist dies nicht nur eine Ehre, sondern auch eine Mammut-Aufgabe: Denn meist dauert die Preis-Gala vier Stunden.

05.12.2018