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Kultur Hannover feiert die 21. Lange Nacht der Museen
Nachrichten Kultur Hannover feiert die 21. Lange Nacht der Museen
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16:14 16.06.2019
Gut gelaunt: Tina Kessler stößt bei der Langen Nach im Landesmuseum ins Horn. Quelle: Villegas
Hannover

„Was kann Kunst, was soll Kunst, wozu ist sie da?“ Diese Fragen (und viele mehr) lassen sich in Hannover am besten in dieser Nacht beantworten: Wenn zum 21. Mal zwanglos und ohne Zeitdruck die Nacht der Museen zum Flanieren einlädt.

In der Kestnergesellschaft stellt Direktorin Christina Végh diese Frage an ihre Zuhörer auf einer Spezialführung. Die multimediale Kunst der polnisch-britischen Konzeptkünstlerin Goshka Macuga, das lernen Besucher in der Goseriede, soll anregen, politisieren, auf Vergangenes hinweisen. Die klassische Moderne dominiert das Obergeschoss: Hier steht ein Nachbau einer fächerartigen Glas-Skulptur der Bauhaus-Künstlerin Lilly Reich. Im Nebenraum, das Zimmer ist mit gespannten Drähten übersät, drei Stühle der Bauhausdirektoren Hannes Meyer, Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe.

Für handfestere Bauhaus-Infos zieht es viele Besucher ins Laves-Haus am Friedrichswall. Hier stellt die Architektenkammer mehr oder weniger bekannte Gebäude vor, die von der Bewegung gebaut oder beeinflusst wurde. „Irgendwie ist ja alles ein bisschen Bauhaus“, sagt Felicia Riess zu den Exponaten. Architekturstudentin Ricarda Roloff (20) und ihren Begleiter Thomas Sterzer (22) starten ihre Tour hier: „Das Bauhaus hat mich am meisten angesprochen, weil es mich in meinem Leben berührt“, sagt Ricarda – und angeben bei den Kommilitonen lässt sich mit dem gewonnenen Bauhaus-Wissen auch.

Bei dem lauen Wetter sind viele Besucher mit Fahrrädern unterwegs, aber auch die Kulturbusse der Üstra sind oft rappelvoll. In und um Sprengel- und Landesmuseum ist besonders viel los: Neben den geöffneten Ausstellungen können Besucher kleine Schnitzeljagden machen, Stockbrot backen und ihren Namen auf Persisch kalligraphieren lassen.

Etwas abseits vom Museumsviertel jedoch findet sich ein Publikumsliebling: Im Feinkunst e.V. in der oststädtischen Roscherstraße stellt der japanische Fotograf Hayahisa Tomiyasu sein Projekt „TTP“ aus. Aus dem achten Stock seines Studentenwohnheims in Leipzig fotografierte Tomiyasu fünf Jahre lang eine Tischtennisplatte, auf der scheinbar alles gemacht wurde, außer Ping Pong zu spielen: Auf den seriellen Fotos sieht man grillende Familien, Kampfsport treibende Jugendliche, sich sonnende Opas, eine Frau, die ihre Hund wäscht. „Meistens passierte gerade etwas Interessantes, als ich Termine hatte“, sagt der Fotograf zur Entstehung. „Ich habe einige Freunde verloren, weil ich so viel absagen musste“. Doch beim Zeigen der Fotos sei es zur Versöhnung gekommen.

Norbert Ernst (58) und Inge Hornbostel (63) lachen über die skurrilen Fotos, der Ausstellungsraum im Feinkunst ist bereits ihre vierte Station. „Wir waren schon in der Villa Seligmann, im Panorama am Zoo und in der Handwerkskammer“. Die Nacht der Museen nutzen sie gerne, um Unbekanntes zu entdecken: „Wir freuen uns immer, wenn was Neues dabei ist.“

Selbst künstlerisch tätig sind die beiden gleich gegenüber geworden: Eine bunt bestempelte Streichholzschachtel, befüllt mit Blumensaat für einen Quadratmeter – die blühende Museumslandschaft mal wörtlich genommen. Illustrator und Kalligraph Claus Dorsch hatte die Idee, passend zur Ausstellung „Volle Kanne“, die in der Handwerkskammer an der Berliner Allee läuft. Bis zu zehn Besucher sitzen bastelnd an einem großen Tisch, stanzen ihren Namen aus, kleben und stempeln wie zu Grundschulzeiten. Zudem ist die Saat Bienen- und Schmetterlingsfreundlich. „Das muss einfach sein“, sagt Dorsch, der jedes Exemplar für sich dokumentiert. Und mit dem Quadratmeter Blumen in der Tasche geht es dann zum nächsten Museum – bis auch diese Nacht dann irgendwann endet.

Von Lilean Buhl

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