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Kultur Hannover: Heiße Zeiten und Bacchanalen im Landesmuseum
Nachrichten Kultur Hannover: Heiße Zeiten und Bacchanalen im Landesmuseum
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16:38 10.01.2019
Bald zu sehen: Die Heilige Magdalena (rechts) als Teil der Goldenen Tafel wird im Jahr 2019 im Landesmuseum ausgestellt. Ebenso wie die Goldkette von Isenbüttel aus dem 7. Jahrhundert (unten). Sie kann als Exponat der „Saxones“-Ausstellung ab September bewundert werden. Quelle: Fotos: Landesmuseum Hannover
Hannover

Wenn Katja Lembke über das Jahr 2018 spricht, macht sie ein zufriedenes Gesicht. Und dazu hat die Direktorin des Landesmuseums auch allen Grund. Denn im zurückliegenden Jahr besuchten rund 120 000 Menschen die Ausstellungen ihres Hauses und damit immerhin fast fünf Prozent mehr als in 2017. „Trotz heißen Sommers und Umbauarbeiten haben wir gute Zahlen erreicht“, resümiert Katja Lembke.

2019 soll diese Entwicklung nun möglichst fortführen. Auch wenn es in diesem Jahr zu umfangreichen Baumaßnahmen kommt: Das historische Glasdach im süd-westlichen Teil des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes muss saniert werden. Die Arbeiten werden vermutlich ein Jahr ab August 2019 dauern. 2020 soll dann der nord-westliche Teil des Museums in einem zweiten Bauabschnitt folgen.

Das hat auch Auswirkungen auf den Ausstellungsbetrieb: Am 24. Februar endet die Schau mit Max Slevogts Werken. Dann werden seine Gemälde ebenso wie die der anderen beiden maler des „Dreigestirns des deutschen Impressionismus“, Max Liebermann und Lovis Corinth, vorübergehend abgehängt.

Neben den Umbauten gibt es aber auch eine Menge spannender, neuer Ausstellungen und Exponate. Ein Überblick, was die Besucher 2019 alles erwartet;

Am 5. April startet eine Ausstellung, die der Geschichte der Niedersachsen ganz genau auf den Grund geht: „Saxones. Eine neue Geschichten der alten Sachsen“ hält dabei einige Überraschungen bereit. Vieles, was man bislang über die Sachsen zu wissen glaubte, wird hinterfragt und widerlegt. Dazu fertigt der Künstler Kevin Wilson neun großformatige Gemälde an, die mit einer großen Detailfülle neue Einblicke in die Zeit der Sachsen und das Leben zeitgenössischer Persönlichkeiten, wie den Geschichtsschreiber Widukind von Corvey.

Ab dem 27. September widmet sich die Ausstellung „Zeitwende 1400“ einem der bedeutendsten Kunstwerke aus der Zeit um 1400: der Goldenen Tafel, ehemals Hochalteraufsatz der St. Michaeliskirche in Lüneburg. Das Gesamtwerk wurde später aufgelöst – und wird nun erstmals wieder zusammengesetzt ausgestellt. Dafür wurde auch umfangreich restauriert: „Europaweit haben wir mit der Restaurierung einen besonderen Standard gesetzt“, erklärt Museumsdirektorin Lembke. So ist nun etwa das Gesicht der Heiligen Magdalena wieder klar erkennbar: „Das ist ein unheimlicher Gewinn“, freut sich Lembke.

Auch über einige Neuzugänge können sich die Besucher freuen: Das monumentale Gemälde „Bacchanale“ von Impressionist Lovis Corinth konnte für die Sammlung dazugewonnen werden. Dafür hat das Museum einen stolzen Preis bezahlt: 650 000 Euro. „Das ist die teuerste Neuerwerbung der Nachkriegszeit“, stellt Katja Lembke dar. Das Bild zeigt eine feucht-fröhliche Szene, ganz im Sinne des Wein- und Rauschgottes Bacchus. Dazu kommt die Dauerleihgabe einer Malangan-Sammlung aus Hiltrup. Hierbei handelt es sich um Schnitzwerke von der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Neuirland, die die Missionare Gerhard Peekel und Heinrich Fink einst von den Eingeborenen erwarben.

Ebenfalls neu ab dem 1. Oktober 2019 sind die Öffnungszeiten: Statt wie bisher unter der Woche bis 17 Uhr, bleiben die Museumstüren dann jeden Tag einheitlich bis 18 Uhr geöffnet. Montags bleibt das Haus geschlossen.

Von Janik Marx

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