Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Hannover: „Der Name der Rose“ im Theater am Aegi
Nachrichten Kultur Hannover: „Der Name der Rose“ im Theater am Aegi
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:41 26.04.2019
Im Zeichen des Kreuzes: Im Theater am Aegi ist „Im Namen der Rose“ als düstere Inszenierung zu sehen. Quelle: Villegas
Anzeige
Hannover

Wenn das Berliner Kriminaltheater im Theater am Aegi zu Gast ist, dann darf mitgefiebert, mitgeraten, mitgelitten und mitgelacht werden.Doch dieses Mal steht ein düsteres Stück auf dem Spielplan:

„Der Name der Rose“ des italienischen Schriftstellers Umberto Eco – ein berühmtes Mittelalter-Drama mit kriminalistischen Tendenzen. Eine Geschichte, die vor allem durch die Verfilmung aus dem Jahr 1986 mit Sean Connery in der Hauptrolle ihren endgültigen Durchbruch feierte, auch außerhalb der Leser-Gemeinde großen Zuspruch fand und das Interesse am Mittelalter neu aufkeimen ließ.

Anzeige

Morde im mittelalterlichen Kloster

Der englische Franziskanermönch William von Baskerville (Matti Wien) reist mit seinem jungen Novizen Adson (Felix Isenbügel) im Auftrag Kaiser Ludwigs in eine italienische Benediktinerabtei. Ihre Anweisung, ein Treffen zwischen einem Abgesandten des Papstes und möglichen ketzerischen Mönchen zu arrangieren, ist zwar delikat, gerät aber in Anbetracht der mysteriösen Vorfälle im Kloster in den Hintergrund. Wie die Fliegen sterben innerhalb weniger Tage fünf Mönche. Der Abt ist besorgt und bittet den scharfsinnigen William um baldige Aufklärung. In Sherlock-Holmes-Manier erfragen und erkunden sich Bruder William und sein Sidekick Adson durch das Kloster und stoßen dabei auf menschliche Abgründe, auf Intrigen und Erpressung. Doch die Hinweise verdichten sich zusehends, so dass das mittelalterliche Ermittlerduo schon bald dem gesuchten Mörder gegenübersteht.

Düstere Atmosphäre, schaurige Musik

Regisseur Wolfgang Stumpf gelingt es, die komplexe theologische und historische Thematik sowie die Personenvernetzungen mit einer leicht verständlichen und nachvollziehbaren Inszenierungsschablone zu versehen. So besteht das minimalistische Bühnenbild aus einem übermannsgroßen aufgeklappten Buch in Mittelalter-Ästhetik, das unterschiedlich illuminiert wird, sowie kleinen mobilen Mauerstücken, die die jeweilige Szenerie „erzählen“. Die Lichtstimmung ist durchgehend düster und atmosphärisch. Mönchsgesänge, Glockenschläge und schaurige Musik kommen, wenn benötigt, vom Band. Dem 13-köpfigen Ensemble fällt es unter diesen Voraussetzungen leicht, die Geschichte mit Leben und den Saal mit Spannung zu füllen. Die Szenen sind kurz, ein Szenenwechsel wortwörtlich schnell über die Bühne gebracht. Diese Tatsache erleichtert es, dem Geschehen zu folgen, macht es aber schwer, eine dramaturgische Spannung aufrecht zu erhalten – besonders, wenn plötzlich Nebenhandlungen in die Geschichte einfließen, von denen vorher nie Rede war. Trotz kleiner Inszenierungs-Holperer gelingt es Regisseur und Darstellern, eine vorzeigbare Fassung des Mittelalter-Krimis auf die Bühne zu bringen. Wenngleich das Publikum den Anschein machte, gerne auch mal wieder lachen zu wollen. Beim nächsten Stück vielleicht.

Weitere Vorstellungen:

Freitag, 26. April, 20 Uhr sowie Samstag, 27. April, 16 und 20 Uhr

Von Aline Westphal