Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Bei David Garrett knuddeln Klassik und Rock in der Tui-Arena
Nachrichten Kultur Bei David Garrett knuddeln Klassik und Rock in der Tui-Arena
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:53 17.05.2019
Hier wird geklotzt: David Garrett brachte eine beeindruckende Show mit Videos und Lichteffektenauf die Bühne der Tui-Arena. Quelle: Franson
Hannover

Das haben natürlich schon andere gemacht. Seit Chuck Berry und seinem „Roll Over Beethoven“ hat die Rockmusik die Klassik zuweilen mächtig geknuddelt. David Garrett kann das auch – und noch viel mehr.

Die „Unlimited“-Tour in der Tui-Arena bringt einen Wust an gegeigten Rock-Hits und startet mit einer Gegenüberstellung, mit der jeder etwas anfangen kann: Das Motiv aus Beethovens Fünfter, gefolgt vom „Fluch der Karibik“-Soundtrack, so geht das heute. Der Übergang zu Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ ist fließend.

Viel Musik, super Show: David Garrett fuhr bei seiner „Unlimited“-Tour in der Tui-Arena groß auf.

Garrett, einst schnellster Geiger der Welt, hat die lange Mähne zu einem Zopf gebunden, spektakuläres Headbanging wird so schwer. Stattdessen soll die Setlist zeigen, wie der Geiger zur Gitarrenmusik steht: „Wie ihr wisst, bin ich ein großer Rock-Fan“, sagt er, mit AC/DCs „Thunderstruck“ spielen sich seine Liveband und das Orchester der Neuen Philharmonie Frankfurt warm. „Ein bisschen an die Klassik heranführen“, will Garrett seine Fans mit Bachs Air aus der Orchestersuite in D-Dur — ob das mit bekannten Melodien in großen Arenen gelingt, wurde in seiner Karriere genug diskutiert.

Mix aus Beethoven, Led Zeppelin, Debussy und Stevie Wonder

6500 Besucher sind Garrett treu geblieben, und auch ein Best Of aus vielleicht zu oft gehörten Power-Chord-Hits hält nicht vom großen Beifall ab – natürlich sind die Songs anders arrangiert, überrascht wird aber niemand, der sich einmal einen Luftgitarren-Wettbewerb angesehen hat. Led Zeppelins „Stairway to Heaven“, Aerosmiths „Walk This Way“, dazwischen streut er Debussy und Beethoven. Zu Stevie Wonders „Superstition“ läuft Garrett dann geigend durch die Gänge, und während Stevies funkige Melodien an der Crossover-Interpretation gewinnen, hat man nicht unbedingt das Gefühl, als hätte den Evergreens auf beiden Seiten diese Annäherung gerade gefehlt. In Garretts eigener „Rock Toccata“ ist der Stilmix geplant, das Monumentale beider Genres bleibt in der Mischung hörbar.

Metallica, die in den Neunzigern ein Live-Album mit Orchester veröffentlichten, werden zwei Mal gecovert: „Master of Puppets“ und, natürlich, „Nothing Else Matters“, in einer rein sinfonischen Version.

6500 hören mehr als 30 Titel

Kurzweilig bleibt es: Allein, weil die 6.500 in schneller Abfolge mehr als 30 Titel hören, auch mit Ansagen hält sich Garrett nicht lange auf. Zum vollen Sound von der gut gefüllten Bühne klotzt die Show zudem mit pathetischen Videoclips: Flammenmeere, einem Unterwasser-David, die Silhouetten der Musiker und Feuerwerks-Animationen — da schaut man lieber Garrett und Konsorten auf die Finger.

Am Ende gibt es geballten Klassik-Rock

Am Ende bringen die nochmal geballten Klassik-Rock: Phil Collins’ „In the Air Tonight“, Princes „Purple Rain“, ein Queen-Medley — zu „We Will Rock You“ singt die ganze Halle mit.

Von Lilean Buhl

Große Namen in Cannes: Pedro Almodóvar erzählt in „Leid und Herrlichkeit“ von seinen Ängsten, Ken Loach schlägt sich mit „Sorry, We Missed You“ auf die Seite der Ausgebeuteten. Und Elton John zeigt den Film „Rocketman“ über Elton John.

17.05.2019

Pop in Cannes: Der Film „Rocketman“ (Kinostart am 23. Mai) erzählt, wie Weltstar Elton John ein glücklicher Mensch wurde. In Cannes läuft der Musikfilm „außer Konkurrenz“, bei einer Party gaben Elton John und sein Darsteller Taron Egerton ein Ständchen.

17.05.2019

In ihrer neuen Single „Beste Version“ besingt Vanessa Mai die menschlichen Makel – und zwar ganz makellos.

17.05.2019