Hannover-Concerts-Chef Röger über „Autokultur“
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17:12 27.04.2020
Nico Röger Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Hannover-Concerts-Geschäftsführer Nico Röger (32) ist einer der Veranstalter von „Autokultur“. Ein Interview.

Sie können mal wieder etwas auf die Beine stellen, statt immer nur Veranstaltungen abzusagen oder zu verschieben. Wie geht es Ihnen damit?

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Für uns ist es ein Lichtblick, endlich wieder etwas veranstalten zu können. Das fühlt sich gut an und macht Spaß. Ich merke auch, dass in unserem Team wieder eine große Euphorie vorherrscht. Wir glauben auch, dass es wichtig für die Stadt und die Region ist, dass wieder etwas Kultur gelebt wird.

Lesen Sie hier: Alles Wissenswerte über „Autokultur

Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden?

Immer nach vorne blickend, sehr offen und konstruktiv, aber natürlich auch kritisch: Wir mussten beleuchten, was und wie genau wir planen. Letztlich war es eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen alle Beteiligten. Da kann ich mich bei den Zuständigen nur bedanken, dass man so etwas ermöglicht.

„Das Berufsverbot wird etwas gelockert“

Der Veranstaltungsbranche geht es wegen der Corona-Krise bekanntlich sehr schlecht. Sie selbst sprachen in der NP von einem „Desaster“. Werden die Einnahmen aus der „Autokultur“ ein wenig aufwiegen, was Sie derzeit an anderer Stelle verlieren?

Überhaupt nicht, leider. Aber – und das ist ein Hauptgrund, warum wir das machen – wir sehen es auch als einen Auftrag zu schauen, was um uns herum passiert, bei all den Partnerunternehmen, von der Security bis zu den Technikern. Die bekommen jetzt endlich wieder etwas zu arbeiten, und das Berufsverbot wird etwas gelockert. Wir machen das nicht, um etwas zu erwirtschaften. Das geht auch nicht bei so einer Nummer; dafür ist sie zu teuer. Es geht darum, unseren Partnern und Freelancern ein bisschen Arbeit zu ermöglichen und nicht zuletzt für unsere Mitarbeiter, die in Kurzarbeit sind, etwas zu tun. Letztlich ist es finanziell vermutlich jedoch ein Tropfen auf den heißen Stein.

Lesen Sie hier: Nico Röger über die Krise der Veranstaltungsbranche

Sie haben in unserem letzten Gespräch gesagt, Sie hätten den Eindruck, dass die Kultur in der öffentlichen Diskussion etwas zu kurz kommt. Ist jetzt alles gut?

Nein, natürlich ist nicht alles gut. Unsere Kommunikation mit Stadt und Region ist allerdings absolut in Ordnung. Dort finden wir mit unseren Nöten absolut Gehör. Darüber hinaus habe ich allerdings das Gefühl, dass die Kultur das letzte Glied in der Kette ist, an das gedacht wird. Die Debatte um unsere Belange findet zu wenig statt. Aber wir sind dankbar dafür, dass man uns mit der Autokultur hört und dass wir das Projekt zusammen mit Event it in Hannover umsetzen dürfen.

„Wir haben tolles Feedback bekommen“

Wie ist die Resonanz seitens der Künstler?

Wir haben ein tolles Feedback bekommen. Die haben Bock – zum einen, um uns, zum anderen auch, um ihre Crews zu unterstützen. Auch die haben derzeit nichts zu tun. Darum waren viele Künstler sofort bereit.

Hannover ist nicht die einzige Stadt, in der es jetzt solche Formen von Live-Kultur gibt. Haben Sie sich branchenintern abgesprochen?

Düsseldorf war der Vorreiter. Dort gibt es ein großes Autokino, in das eine fette Bühne gebaut wurde. Und es ist klar, dass, je mehr Autobühnen es gibt, Autotourneen wahrscheinlicher werden. Es ist für die Künstler die einzige Form, in der sie sich derzeit live präsentieren können. Entsprechend sind wir im Austausch. Für die Branche ist das ein großes Thema.

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Von Stefan Gohlisch