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Kultur "Hanni und Nanni" kommen ins Kino
Nachrichten Kultur "Hanni und Nanni" kommen ins Kino
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13:14 14.08.2009
Posieren am Set: Die Zwillinge Jana und Sophia drehen auf dem Schloss Faber-Castell
Posieren am Set: Die Zwillinge Jana und Sophia drehen auf dem Schloss Faber-Castell Quelle: UFA Cinema Film Verleih GmbH/ddp
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Die erfolgreiche Kinderbuchreihe der britischen Autorin Enid Blyton wird zum ersten Mal verfilmt und zwar unter anderem auf Schloss Faber-Castell in Stein bei Nürnberg.

„Achtung Kamera läuft!“ Bereits zum fünften Mal fährt ein altmodischer Traktor laut knatternd durch einen steinernen Torbogen des Schlosses. Auf ihm sitzen der Schauspieler Heino Ferch und die kleine Sophia Münster aus Mannheim. Die beiden spielen gerade die Ankunftsszene von Hanni und ihrem Vater im Internat Lindenhof.

Zusammen mit ihrer Schwester Jana wurde Sophia aus über 135 Zwillingspaaren für die Titelrolle ausgewählt. „Ich war überglücklich, als ich es erfahren habe. Das war ein wunderschönes Gefühl“, erzählt die Elfjährige, die die Hanni spielt. Für Sophia und Jana ist es die erste Filmrolle. Die eineiigen Zwillinge opfern für den Filmdreh ihre kompletten Sommerferien. „Aber das macht mir gar nichts aus, denn Drehen ist so viel besser“, sagt Sophia begeistert. Die lebhaften Zwillinge mit den langen blonden Haaren tragen beide rosa T-Shirts und Jeans und sind auch sonst kaum auseinander zu halten.

Heino Ferch ist beeindruckt vom Engagement der Zwillinge: „Die sind wirklich immer gut bei Laune.“ Für Ferch ist es der erste Kinderfilm: Er spielt den Vater von Hanni und Nanni. „Ich versuche, einen möglichst coolen und lässigen Papa abzugeben“, erzählt er über seine Rolle, für die er ein verwaschenes Hemd und Nickelbrille trägt.

Um ihn herum herrscht geschäftiges Treiben: Kabel liegen am Boden verstreut, ein riesiger Kran rollt auf Schienen, und Kameras werden auf- und abgebaut. Aus dem Schloss Faber-Castell mit seinen über 100 Jahre alten Gemäuern wird allmählich das Internat der Zwillinge.

„Wir haben in ganz Deutschland gesucht, bis wir den geeigneten Drehort gefunden haben. Aber das Schloss hier bietet uns wirklich alles“, erzählt Hermann Florin von Feine Filme, eine der Produktionsfirmen des Films. Als Drehort sei das Hauptmotiv ideal:
geheimnisvoll, ein bisschen gruselig und unglaublich schön zugleich. In der Tat erinnert das Schloss mit seinen verwinkelten Türmen und blumenbewachsenen Mauern leicht an die Hexenschule von Harry Potter. Noch bis Mitte September wird das Filmteam hier drehen.

Florin zeigt sich verwundert, dass „Hanni und Nanni“ nicht schon früher verfilmt worden ist. „Die Geschichten vermitteln neben Komödie und Action Werte wie Freundschaft und Solidarität, das ist ’good entertainment’. Es gibt unter anderem eine wilde Verfolgungsjagd inmitten eines Kaufhauses mit einem Kaufhausdetektiv - gespielt von Oliver Pocher - zu sehen.

Regisseurin des Films ist Christine Hartmann. Die 41-Jährige ist mit den Geschichten von „Hanni und Nanni“ aufgewachsen und freut sich sehr, die Bücher nun auf die Leinwand bringen zu dürfen. „Die Abenteuer der Zwillinge haben mich gefesselt, weil sie so spannend, witzig und auch tiefgründig sind“, so Hartmann. Für die Rolle der strengen Mathematiklehrerin Mägerlein hat sie die Schauspielerin Suzanne von Borsody an Bord geholt.

Von Borsody wartet gerade auf ihren Einsatz. In einer hochgeschlossen beige-farbenen Bluse mit schwarzem Rock und streng zurückgekämmtem Haar wirkt sie sehr überzeugend als Schrecken aller Internatsschüler.

Die strengen Regeln im Internat sind auch ein Grund für Jana und Sophia Münster, nicht mit Hanni und Nanni tauschen zu wollen. „Die dürfen gar keine Faxen machen, sonst kriegen sie Hausarrest, und Schuluniform müssen sie auch tragen“, meint Jana kritisch.

Vor der Kamera scheint das Internatsleben jedoch Spaß zu machen. Vom Ergebnis der Dreharbeiten kann man sich im Sommer 2010 im Kino überzeugen.

(Sarah Stendel, ddp)