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Kultur „Halleluja!“ – Simon & Jan waren da
Nachrichten Kultur „Halleluja!“ – Simon & Jan waren da
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00:20 31.03.2018
Im Apollo: Simon & Jan (von links).
Im Apollo: Simon & Jan (von links). Quelle: Beate Rostalski
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Hannover

„Halleluja!“, sagt Jan Traphan wie ein unterbeschleunigter Wanderprediger ins Apollo hinein. Das Echo ist verhalten, noch. „Messestadt“, sagt Traphan achselzuckend zu seinem Partner Simon Eickhoff. Der nickt wissend, das Publikum johlt. Eine gewisse Spröde gehört bei Simon & Jan dazu, diesen Durchstartern im Bereich Liedermacherei/Kabarett aus Oldenburg.

Da sitzen sie im 180-Grad-Winkel über ihre Gitarren gebeugt, spielen himmlisch, singen engelsgleich und hauen Sätze heraus wie „Auf die Hetze, fertig, los“, verbinden politischen Kommentar, Kalauer und Kammermusik. Textlich und musikalisch ist das auf höchstem Niveau, anrührend und sperrig zugleich. Ein Abend der Widersprüche in Harmonie.

Wo es bei der Überraschungsvorband Reis against the Spülmaschine und ihren kulinarisch verfremdeten Coverversionen noch sehr ausgelassen zuging, sind Simon & Jan die Spezialisten der sehr lauten leisen Töne, immer hintersinnig, oft hinterfotzig. Da kann schon mal der Übergang vom heiteren Schwank westlicher Dekadenz zur Anklage rassistischer Ignoranz fließend sein – in nur einem Lied: „Weil ich kann“.

„Denkmal“ von Wir sind Helden wird ihnen zum Denkzettel für AfD-Höcke und seine Mahnmal-Einlassungen, „Ach Mensch“ zur Abrechnung mit der Kirche und Deichkinds „Krawall und Remmidemmi“ zur Ballade. Und zum Schluss singen sie mit ihrer Vorband Leonard Cohen – „Maracuja“.

Simon & Jan spielen „Halleluja!“ wieder am 26. Februar 2019 im Apollo.

Reis against the Spülmaschine kommen mit ihrem Programm „Vitamine zum bösen Spiel am 24. November ins Bei Chez Heinz.

Von Stefan Gohlisch

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