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Kultur Frank Zappa sinfonisch in der Eilenriedehalle
Nachrichten Kultur Frank Zappa sinfonisch in der Eilenriedehalle
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15:14 19.05.2019
Wahrzeichen: Zum Beginn des Zappa-Konzert ttägt Ingo Metzmacher einen Hai auf die Bühne. Quelle: Helge Krückeberg
Hannover

Ein buntes Völkchen hat sich rund um das Congress Centrum eingefunden. Es gibt junge Menschen in festlicher Robe und eine große Gruppe leger gekleideter Menschen, darunter etliche reifere Semester. Die einen wollen zum Tanzschul-Ball in den Kuppelsaal, die anderen streben Richtung Eilenriedehalle, wo ein Höhepunkt der diesjährigen Kunstfestspiele Herrenhausen angesagt ist: Musik von Frank Zappa mit dem üppig besetzten Ensemble Modern unter der Stabführung von Intendant Ingo Metzmacher.

Besetzung und Ort sind nicht beliebig gewählt. Das Orchester ist die letzte Gruppe, mit der Zappa, 1993 verstorben, noch persönlich zusammengearbeitet hat. Und zwischen 1976 und 1980 haben seine damaligen Bands mehrfach auf diesem Areal gespielt, eher rockige Musik, auf die Zappa zuweilen auch heute noch reduziert wird – er selbst hat sich aber stets vor allem als Komponist verstanden und Stravinsky oder Varèse zu seinen wichtigsten Einflüssen gezählt. Entsprechend komplex sind viele seiner Werke, und manche davon sind auch höllisch schwierig zu spielen.

Rund 1200 Besucher verfolgen nun, wie zunächst feierlich ein gelber Hai auf die Bühne getragen wird: Das modifizierte Surfbrett war eine Art Maskottchen für die erste Kooperation zwischen Zappa und dem Ensemble. Der musikalische Einstieg bietet mit „Dog/Meat“ noch vergleichsweise bekannte Weisen, bevor es zwischenzeitlich sehr schräg wird und nicht immer leicht verdaulich: Das Klaviergeplänkel in „Ruth Is Sleeping“ etwa entbehrt letztlich einer nachvollziehbaren Struktur.

In die Pause wird das Publikum indes mit „G-Spot Tornado“ geschickt, dem vielleicht fetzigsten Stück des späten Zappa, inklusive Big-Band-Posen-Parodie der Blechbläser.

Der zweite Teil ist insgesamt griffiger. Viel Beifall fährt etwa die „Revised Music For Low-Budget Orchestra“ mit Glanzmomenten von Geige und Posaune ein. Auch die eigenen Arrangements anderer Werke überzeugen – unter dem Strich nähert sich die Mischung aus Präzision und einer gewissen unakademischen Lässigkeit durchaus Zappas Idealvorstellung an, übrigens bei ausgezeichnetem Hallensound.

Am Schluss fliegt aus dem Publikum eine Schweinchen-Figur auf die Bühne, möglicherweise eine Anspielung auf das Stück „A Pig With Wings“ oder auch den Programmblock „Greggery Peccary & Other Persuasions“, dessen Titelstück allerdings gar nicht gespielt worden war. Egal: Als Dirigent Metzmacher mit dem alten Zappa-Heuler „Peaches En Regalia“ den Zugabenteil einläutet, bricht sich in der Halle endgültig Begeisterung Bahn.

Von Jörg Worat

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