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Kultur Fettes Brot feiern "Abschied auf Probe"
Nachrichten Kultur Fettes Brot feiern "Abschied auf Probe"
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00:00 06.12.2010
Immer auf dem Sprung: Fettes Brot boten den 5600 Fans eine vergnügliche Party. Quelle: Wilde

VON VERENA GROSS

HANNOVER. Die Masse springt und singt „Das allererste Mal“, als seis das allerletzte Mal. Könnte ja auch sein, denn Fettes Brot hat kürzlich die „Selbstauflösung auf unbestimmte Zeit“ verkündet. 18 Jahre seien genug. Zumindest für ein Jahr, ruderte das Trio anschließend bei Stefan Raab zurück. Doch Schwuppdiwupp, war das Konzert in der AWD-Hall schon ausverkauft. „Danke für 2010 bevor wir in die Pause gehen“, reimt König Boris von der Bühne.

5600 Fans hauptsächlich zwischen 20 und 30 Jahren stehen davor. Mehr gehen nicht hinein in die Halle, die Garderobenhaken reichen nicht. Und gleich wirds richtig heiß, als die Brote mit ihrem ersten Erfolg „Nordisch by Nature“ auf Platt und dem Partyknaller „Bettina (pack deine Brüste ein)“ richtig Zunder geben. Unterstützt vom satten Sound der siebenköpfigen Band „Das Nervenkostüm“ und DJ exel.Pauly, der nicht nur in die Plattenspieler sondern auch zum Schellenring greift.

Die Masse geht da mit. Noch einmal Dokter Renz, König Boris und Björn Beton richtig fett abfeiern, Digger. Diese Party-Pinneberger mit Bläsersätzen werden nur aus Nostalgiegründen noch Hip-Hop-Band genannt. Der Sprechgesang ist mit den Jahren immer weniger geworden. Ihr neuester Song „Amsterdam“, butterweich und hauptsächlich Refrain, ist der beste Beweis. Sie spielen Hip-Hop gut vermischt mit viel Pop, Electro, R'n'B, Reggae bis Punk. Mit eingängigen Reimen zum Mitgröhlen und Beats zum Großgruppenhüpfen.

Textsicherheit hilft enorm, sich hier zu amüsieren. Denn zumindest im hinteren Drittel des Saal lässt sich nur erahnen, was das Trio da vorn singt. Bei „Schwule Mädchen“ als letztem Lied der zweiten Zugabe (insgesamt gab es 20 Stücke in eineinhalb Stunden) singt vor allem der Saal, während sich die Brote über das tolle Hannoversche Publikum freuen und die Mikros von der Bühne halten. Und das soll jetzt vorbei sein? Wer verteidigt dann „Emanuela“? Wen bitte schickt das Goethe-Institut als Botschafter nach Russland? Wer macht den Soudtrack für die „Drei???“ und rappt mit James Last?

Natürlich gibt es jede Menge Bedauern über Probetrennung. Aber hach, wird das wieder ein Spaß, wenn die Brote übernächstes Jahr ihre Auferstehung bekannt geben.

Bewertung: 4/5

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