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15:58 29.08.2019
Die drei Macher: Jürgen Liefmann, Dörte Behn (Mitte) und Gisela Sperling Quelle: Nancy Heusel
Hannover

„Mir macht Kunst viel Spaß“, sagt Gisela Sperling. „Und ich kann andere Leute damit anstecken“. Sperling, Apothekerin im Ruhestand, war „schon immer kunstaffin“. Doch die Leitung der Marien-Apotheke in der Südstadt ließ ihr kaum Zeit für die Kunst.

Gleich jedoch, nachdem Sperling 2015 einen Nachfolger fand, plante sie mit den befreundeten Künstlern Dörte Behn und Jürgen Liefmann den Aufbau einer eigenen Sammlung: Am 30. August um 19 Uhr wird der „Kunstraum Friesenstrasse“ eröffnet.

Hier präsentieren die drei Kunstliebhaber Teile dieser Sammlung der Öffentlichkeit, kostenlos und unprätentiös. Die Exponate sind allesamt Lieblingsstücke der drei Leiter, sie sind von Hand internationaler Künstler und „alter Vertrauter“ von Behn und Liefmann: gemeinnützig und ohne Verkaufsabsicht zusammengestellt.

Verwinkelt und minimalistisch

Stefan Becker, Vorsitzender des Vereins der Freunde des Sprengel Museum Hannover, freut sich über die Räume, die „Hannovers Kunstangebot mitten in der Stadt bereichern“. Das Sprengel Museum kooperiert mit Sperling, so soll etwa das Herzstück der Ausstellung, eine Skulptur von Norbert Kricke, nach dem „ersten Blick“ in der Friesenstraße 15 an den Maschsee weitergegeben werden.

In den weißen, verwinkelten Räumen, von denen aus man den Weißekreuzplatz überblickt, sind die Stücke mit großer Sorgfalt arrangiert, ein Gang vom Erdgeschoss in den ersten Stock ist ein Wandel zwischen Skulptur und Zeichnung: etwa einem plastischen Gemälde von Jonathan Lasker und Skizzen des US-amerikanischen Minimalisten Fred Sandback, der Figuren aus symmetrisch angeordneten Acrylfäden spannte.

Großzügig: Einblick in den Kunstraum Friesenstrasse. Quelle: Nancy Heusel

Fünf Monate dauerte der Umbau der Räume, im ersten Schaufenster und im Studio ist Platz für Wechselausstellungen, auch junge Künstler sollen Werke beitragen, die konzeptuell auf den Bestand reagieren.

Querverweise zwischen den Werken finden sich im Materialraum im ersten Stock, wie Liefmann erklärt – ein dort angepinnter Druck von Monets impressionistischem „Getreideschober bei Sonnenuntergang“ wird im nächsten Raum von Thomas Bayrle persifliert: Hier besteht der Schober aus hundertfach vervielfältigten Smartphones, ebenso der Maler an der Staffel, der das Motiv festhält.

Verliebt in die Räume

„Raffiniert“ mussten Liefmann und Behn beim Erwerben der Exponate sein, oft stammen diese nämlich von sonst hochpreisigen Namen: Ob die „filigranen“ Streben von Krickes Skulptur oder die „innerlichen“ Zeichnungen der Schweizerin Silvia Bächli – wenn die drei Freunde über die Stücke sprechen, wird klar, was für ein Herzensprojekt der Kunstraum ist. „Ich habe mich sofort in die Räume verliebt“, sagt Sperling – Besuchern könnte es nun ähnlich ergehen.

Nach der Eröffnung ist der Kunstraum am 31. August und 1. September von 11 bis 19 Uhr zugänglich. Danach gelten dann die Öffnungszeiten Freitag und Sonnabend von 16 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Mehr Informationen finden Sie hier.

Von Lilean Buhl

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