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Kultur Ein Stern für Marlene Dietrich im Herzen von Berlin
Nachrichten Kultur Ein Stern für Marlene Dietrich im Herzen von Berlin
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12:02 11.02.2010
Marlene Dietrich wird am Berliner Boulevard der Stars den ersten Stern bekommen. Quelle: ap (Archiv)
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Was Hollywood schon lange hat, soll jetzt auch Berlin endlich bekommen - der geplante „Boulevard der Stars“ am Potsdamer Platz ist dem „Walk of Fame“ („Weg des Ruhms“) in der kalifornischen Filmmetropole nachempfunden. Anlässlich der 60. Berlinale weihen der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Berlinale-Direktor Dieter Kosslick am Freitag den ersten Stern auf der Ruhmesmeile ein. Er ehrt Marlene Dietrich, deren Film „Der blaue Engel“ 1930 nicht nur ihr selbst weltweiten Starruhm brachte, sondern auch Berlins Reputation als Filmstadt wesentlich mitbegründete.

Der 48 Zentimeter große Messingstern trägt den Namen und die Geburtsdaten der Schauspielerin sowie ihre nachgebildete Unterschrift. Er wird zu Füßen der „Deutschen Kinemathek für Film und Fernsehen“ auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße eingelassen, einer der wichtigen Verkehrsachsen Berlins, die durch das neugebaute Potsdamer-Platz-Viertel führt. Die Dietrich eröffnet die Reihe der deutschen Stars und Filmschaffenden, die auf dem Boulevard geehrt werden sollen.

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Eine fünfköpfige Jury für die Auswahl der Stern-würdigen wurde bestimmt, zu der unter anderem die Schauspielerin Senta Berger, der Filmhistoriker und Initiator des Projekts, Gero Gandert, und Berlinale-Direktor Kosslick gehören. Der Marlene-Dietrich-Stern wird allerdings zunächst nur für die Zeit der Berlinale zu sehen sein, denn die eigentliche Eröffnung des „Boulevards der Stars“ ist erst für September geplant.

Anders als in Hollywood will es Berlin nämlich nicht bei in den Gehweg eingelassenen Sternen belassen. In der deutschen Hauptstadt sollen die Besucher des Boulevards selbst zu Stars werden. So haben das renommierte Architektenbüro „Graft“ und die Mediengestalter von „art-com“ einen speziellen, roten Bodenbelag entwickelt, der auf der Strecke verlegt wird und dem Spaziergänger das Gefühl vermitteln soll, über einen roten Teppich zu wandeln.

Hinzu kommen Kameras, die neben den Sternen aufgestellt werden. Ein Blick durch den Sucher lässt den anvisierten Star über seinem Stern schweben. Mit etwas Geschick kann der Besucher sich mit seinem Star zusammen fotografieren. Nachts tauchen Scheinwerfer den Boulevard in bewegtes Premierenlicht oder richten die Aufmerksamkeit auf die Geburtstagskinder unter den Stern-Trägern.

Mit 40 Sternen soll der Boulevard im September offiziell eröffnet werden. Bis Berlin allerdings soweit ist wie Hollywood, wird es noch etwas dauern. Der „Walk of Fame“ feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag und hat schon 2400 Sterne auf einer Länge von fast vier Kilometern.

afp

Martina Sulner 09.02.2010