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17:20 10.09.2018
Die Blues Brothers: Jake (Florian Hinxlage, links) und Elwood (Philipp Lang) im Sofalost. Quelle: Foto: Petrow
Hannover

„Ich bin abgesoffen“, klagt Florian Hinxlage. Die Endproben im Sofaloft in der Südstadt sind schweißtreibend. Der Musical-Darsteller steht da in schwarzem Anzug, schwarzem Hut, schwarzer Sonnenbrille: ein Blues Brother. In wenigen Tagen hat das Musical Premiere. Da kann es schon mal passieren, dass das Mikrofon schweißnass wird.

Der Druck ist spürbar, die Stimmung gut. Hinxlages Kollege Philipp Lang kommt mit Telefon herein. „Ist da der DLRG?“, fragt er theatralisch: „Unser Hauptdarsteller ist abgesoffen.“ Gelächter.

Ein Kult-Film kommt auf die Bühne. Nach dem Erfolg von „Non(n)sene“ im vergangenen Jahr ist die Musical Company erneut im Auftrag des Herrn auf der Bühne: Initiatorin Julia Goehrmann holt mit „Blues Brothers“ ein Stück Filmgeschichte aus den 80ern nach Hannover.

Regie führt wie gehabt der ehemalige Landesbühnen-Intendant Gerhard Weber. Die Proben laufen seit 13. August. „Vier Wochen für die Proben sind sehr wenig Zeit“, betont Goehrmann. Ursprünglich wollte sie in diesem Jahr gar nicht mit auf der Bühne stehen und sich ausschließlich auf die Arbeit im Hintergrund konzentrieren. Doch wegen eines Krankheitsfalls im Ensemble springt sie als Claire Pinguintante ein.

„Jake ist ein Kultobjekt. Dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist eine große Aufgabe.“, sagt Hinxlage. Der Schauspieler hat bei großen Inszenierungen von „Jesus Christ Superstar“ und „Mozart“ als Hauptdarsteller mitgewirkt, doch er schätzt den verhältnismäßig kleinen Veranstaltungsort sehr, weil ein ganz anderer Kontakt zu dem Publikum möglich sei.

„Ich bin nicht John Belushi“, erklärt Hinxlage. Natürlich sei es wichtig, sich der Rolle anzunehmen, aber eigene Charakterzüge müssten ebenfalls eingebracht werden. So ist es möglich eine „ganz eigene Person zu entwickeln“.

In dem Stück machen es sich Jake und Elwood Blues zur Aufgabe, das Waisenhaus zu retten, in dem die beiden aufgewachsen sind. Dazu bringen sie ihre ehemalige Band wieder zusammen – und geraten in eine Katastrophe nach der anderen, wilde Verfolgungsjagden inklusive.

Doch die Hauptsache bleibt die Musik. Zwei Songs singen Hinxlage und Lang während des Probenbesuchs, „Soul Man“ und „Everybody needs somebody to love“. Es klingt so authentisch, als würde wie im Film die Polizei mit in dem Saal stehen. Beeindruckend die Stimme von Amanda Whitford. Sie spielt die Mrs. Murphy, eine Rolle, die im Film die legendäre Aretha Franklin hatte: „Es ist für mich eine Ehre, diese Rolle spielen zu dürfen“, sagt die US-Amerikanerin. Und dann singt sie „Think“ mit einer Stimme voller Kraft und Gospel. Ein paar Male hakt die Technik. Noch. „Darum proben wir“, sagt Goehrmann. Außerdem: In Theaterkreisen heißt es, solche Patzer bringen Glück für die Premiere.

Blues Brothers“ läuft bis 16. Dezember im Sofaloft. Alle Termine finden Sie hier.

Von Morten Harmening

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