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Kultur Ehemaliger Leiter des Münchner Hauses der Kunst ist tot
Nachrichten Kultur Ehemaliger Leiter des Münchner Hauses der Kunst ist tot
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14:56 15.03.2019
Der Kurator Okwui Enwezor ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Quelle: Andreas Gebert/dpa
München

Der ehemalige Leiter des Münchner Hauses der Kunst, Okwui Enwezor, ist im Alter von 55 Jahren nach einer Krebserkrankung gestorben. Das bestätigte das Museum der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag. Zuvor hatte die Biennale in Venedig bei Twitter darüber berichtet.

Okwui Enwezor, geboren 1963 in Nigeria, ging in den 80er Jahren nach New York, um dort Politikwissenschaften zu studieren. Als Mitherausgeber des dreimal im Jahr erscheinendem Magazin „NKA: Journal of Contemporary African Art“ setzte er bereits den Ton für sein ihm wichtigstes Anliegen: Den Kunstbetrieb zu öffnen und ihm die Konzentration auf Europa und Amerika als Taktgeber der internationalen Kunstszene zu nehmen.

1998 gelang ihm der Durchbruch mit der Ausstellung „In/sight“, die 30 afrikanische Fotografen im Guggenheim Museum in New York zeigte. Das ist ihm auch gelungen: Als erster Nicht-Europäer kuratierter er die Documenta 11 im Jahr 2002 in Kassel. Auch die Venedig Biennale 2015 leitete er als erster in Afrika geborener Kurator.

Doch auch an renommierten Häusern brachte er sich ein: Im Martin-Gropius-Bau in Berlin, im New Yorker PS1, im dortigen Museum of Modern Art, in der Londoner Tate Modern, im Guggenheim Museum oder im Museum of Contemporary Art in Barcelona.

Auch außerhalb von Europa und den USA macht er sich einen Namen: In Südkorea leitete er eine Kunstbiennale, ebenso in Johannesburg, Südafrika.

Sieben Jahre am Haus der Kunst in München

2011 ging Enwezor nach München, um dort die Nachfolge von Chris Dercon im Haus der Kunst anzutreten – seine erste dauerhafte Position an einem Haus. Aus gesundheitlichen Gründen legte er im Juni 2018 sein Amt nieder.

Kurz nach seinem Abschied aus dem Haus der Kunst im Sommer vergangenen Jahres hatte er seine Krebserkrankung öffentlich gemacht. Im „Spiegel“ hatte er damals gesagt, er habe das Gefühl gehabt, in München nicht mehr erwünscht gewesen zu sein. „Es gibt nie den idealen Zeitpunkt für einen Abschied, aber ich trete zu einem Zeitpunkt zurück, an dem das Haus der Kunst eine künstlerische Position der Stärke erreicht hat“, sagte er zum Abschied.

Allerdings hatte das Haus damals turbulente Zeiten hinter sich. Massive Geldprobleme wurden bekannt. Auch die Nähe von Angestellten zu Scientology und Fälle sexueller Belästigung sorgten für Schlagzeilen. Der Aufsichtsrat hatte schon vor dem Abschied reagiert und Enwezor einen kaufmännischen Geschäftsführer an die Seite gestellt.

Vergangene Woche wurde erst die letzte von ihm kuratierte Ausstellung eröffnet. Sie zeigt den ghanaischen Künstler El Anatsui.

Von RND/goe/dpa

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