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Kultur Dieter Thomas Kuhn feiert ein „Festival der Liebe“
Nachrichten Kultur Dieter Thomas Kuhn feiert ein „Festival der Liebe“
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16:21 02.06.2019
Peace: Dieter Thomas Kuhn lässt sich auf der Parkbühne feiern. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Weil sich die 5000 Besucher schon vor Wochen ihre Kostüme ausgesucht haben, seit Tagen auf den großen Tag hinfiebern und sich seit Stunden gesellig vor und neben der Parkbühne für das Konzert warmmachen, kann die Party auf Knopfdruck losgehen: mit Erscheinen von Dieter Thomas Kuhn und seiner Band.

„Sag mir quando, sag mir wann“ – da schwenken Sonnenblumen über der Menge, die überdimensionierten Brillen hüpfen auf und ab, und auf den Plateauschuhen ist kein Halten mehr: Kuhns Sommertouren versprechen Schlager in seiner sympathischsten Form, und eine Zeitreise zurück in eine ideale Jugend, mit den Evergreens von damals.

„Wir lassen alles beim Alten“, sagt Kuhn schon zu Beginn, „nur die Anzüge sind frisch gereinigt“. Wenn sich schon die Welt so rapide ändert, soll doch die kollektive Erinnerung gleichbleiben. „Fiesta Mexicana“ und „Griechischer Wein“ kommen in Kuhns patentierter Offbeat-Version, die sich den Fetencharakter vom Ska leiht, mit ein paar BPMs mehr als damals in den 70ern. „Schön ist es auf der Welt zu sein“, singt das Publikum zusammen mit dem Brusthaar-toupierten Star, zu „Ich war noch niemals in New York“ klingen Orgel und Bläser ganz sommerlich.

Schlagerparty in Hannover: Dieter Thomas Kuhn feiert ein „Festival der Liebe“.

Nach „Howie“ ruft Kuhn häufig. Mit seinem Gitarristen ist er seit drei Jahrzehnten unterwegs, eine Bühnenfreundschaft, so fest wie die Haarspray-Frisuren der beiden Musiker.

Auch visuell ist das Konzert fast eine Blaupause der vorherigen Tourneen. Ein lila Peace-Zeichen im Hintergrund, die Dorfdisco-Lichter strahlen bunt, die Kostüme von Kuhn und Band orientieren sich an Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band – so versteht sich die Gruppe als geschmackvolle Party-Kombo.

Viele Schlager-Events machen es sich einfach, aber hier kommt nichts vom Band, und die Songs werden geschmackvoll interpretiert: Mit „Am Tag als Conny Kramer starb“ beginnt eine ruhigere Phase, nach einem Schluck Ramazotti für die Kapelle spielt Kuhn „Über sieben Brücken musst Du gehen“ – der altbekannte Megamix einer Generation, nur unterbrochen durch ein persönliches Anliegen Kuhns. „Meine erste Liebe“ von Udo Lindenberg widmet er seinem Idol, ein Ausreißer aus dem Programm, der sich lohnt. Kurz vergisst Kuhn den Text von „Im Wagen vor mir“, aber die Besucher helfen ihm aus.

Die Stimmung ist bierselig, aber friedlich. Sobald verkleidet, ist man Teil einer 5000-Personen starken Clique, die hier eine liebgewonnene Tradition pflegt. Sonst kommen Kuhn und Band gerne im August, heute geht die Sonne später unter als sonst. Nach dem Vorstellen der Band in Howard Carpendales „Fremde oder Freunde“ ist es noch relativ hell, und Kuhn hat sich verabschiedet.

Aber er und sein Publikum kennen sich gut und wissen auch, dass noch zwei Zugabenblöcke kommen: Dschingis KhansMoskau“ beginnt mit einem Pyro-Knall, zu „Ti Amo“ schießen Römische Lichter über die Parkbühne. Rio Reisers „Für immer und Dich“ beginnt Kuhn traditionell alleine am Piano, dazu wird dieses Jahr eine beeindruckende Laser-Projektion auf die Bühne gezaubert: Herzen, Regenbögen, sich umarmende Menschen.

Kuhn hat inzwischen seinen monumentalen weißen Mantel umgeworfen, und zu Udo Jürgens „Und dann sagt man sich Good-bye“ regnet das Konfetti auf die Feiernden. Die sind noch nicht fertig: Ein letzter Schrei nach „Howie“ leitet den Endspurt dieser Party ein.

Von Lilean Buhl

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