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Kultur "Die Piraten"
Nachrichten Kultur "Die Piraten"
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11:38 29.03.2012
Von Matthias Halbig
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GOLD ODER LEBEN? Der Piratenkapitän befindet sich leider auf einem Lepraschiff. Quelle: Sony
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Hannover

Und wenn man es mit ’ner kessen Korsarin in gestreifter Hüfthose zu tun bekommt, sollte man - vor allem in Unkenntnis ihrer Fertigkeiten mit dem Säbel - besser nicht voreilig spotten, dass nur ein Mensch mit Bart ein richtiger Piratenkapitän sein könne. Sonst: Klinge in den Wanst und „Goodbye, Johnny ...“.

In Peter Lords und Jeff Newitts Knetfilm „Die Piraten - ein Haufen merkwürdiger Typen“ fliegt der Pottwal! Hier sind die lustigsten Piraten unterwegs, die je auf der Leinwand zu sehen waren - und zwar inklusive Burt Lancasters Käpt’n Vallo im „Roten Korsar“ und Johnny Depps Käpt’n Sparrow im „FluchderKaribik“-Tetra-Pack. Ein tolldreister 88-Minüter entert die Leinwand, in dem ein sympathischer Plastilin-Freibeuter, der sich schlicht „Piratenkapitän“ nennt, unbedingt den Pirat-des-Jahres-Cup gewinnen möchte. Leider ist er von der Sorte „viel zu nett für diese Welt“. Seine Crew liebt ihn zwar heiß und innig, die restlichen Meeresschurken aber halten ihn für eine Gurke mit großem Messer. Weit ruchloser und raubfreudiger (und damit preisträchtiger) sind die Konkurrenten Black Bellamy, Holzbein Hastings und Entermesser Liz. Die Story bekommt kokolorigere Züge, als der junge Forscher Charles Darwin dem Kapitän einen Wissenschaftspreis in London in Aussicht stellt, der mit seinem seltsam dicken Papagei zu tun hat. Leider lebt dort auch die Queen Victoria, der bei bloßer Nennung des Wortes „Pirat“ das royale Klappmesser im Strumpfband aufspringt. Es wird also eher schwierig mit den Preisen.

Die Macher aus den Aardman-Studios („Wallace & Gromit“, „Chicken Run“) haben fleißig geknetet, 5000 Stunden brauchte allein das schnuckligste Piratenschiff der Filmgeschichte. Der Humor ist britisch, die Action in 3D, die „Ausstattung“ so üppig und detailliert, dass man den Film anhalten möchte, um die Einzelbilder zu studieren wie Gemälde im Museum.

Bewertung: 5/5

Matthias Halbig 29.03.2012
Evelyn Beyer 29.03.2012
Evelyn Beyer 29.03.2012