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Kultur Die Monsters of Liedermaching feiern 15. Geburtstag
Nachrichten Kultur Die Monsters of Liedermaching feiern 15. Geburtstag
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15:34 27.11.2018
monsters OF LIEDERMACHING: (von links) Fred Timm, Jens Burger, Totte Kühn, Peer „Pensen“ Jensen, Jan „Labörnski“ Labinski und Rüdiger Bierhorst.
monsters OF LIEDERMACHING: (von links) Fred Timm, Jens Burger, Totte Kühn, Peer „Pensen“ Jensen, Jan „Labörnski“ Labinski und Rüdiger Bierhorst. Quelle: fbntmm.de
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Hannover

„Im Moment“, sagt Totte alias Torsten Kühn, „feiern wir schon die eigenen Sachen ab – und was macht man mit 15 schon lieber?!“ Touren vielleicht. Denn 15 ist in diesem Jahr die Gruppe geworden, in der Totte spielt: die Monsters of Liedermaching.

Eine Band als Kollektiv aus Individuen: Als die sechs Monster 2003 zusammenfanden, waren die Mitglieder schon länger musikalisch unterwegs gewesen, in Bands wie Die Schröders, Das Pack oder Norbert und die Feiglinge, als Solo-Liedermacher sowieso. Und als solche sollten sie eigentlich vor 15 Jahren bei dem „Rockspektakel“-Festival in Hamburg auftreten, hintereinanderweg. Sie traten lieber zusammen auf, im Halbkreis, zum „Sitzpogo“, wie sie es nannten – Liedermacherei mit Punk-Attitüde und viel Selbstironie. In Clausthal-Zellerfeld, in der Kneipe von Freunden wurde wenig später aus der spontanen Idee eine Institution und eine der ungewöhnlichsten deutschen Bands.

„Wir pendeln geschickt zwischen Pubertät und Demenz“, beschreibt Totte den besonderen Charme der Monsters, die – von Konstanz bis Hamburg – über ganz Deutschland verteilt leben. Alle sechs Mitglieder steuern ihre Songs bei, oft auch spontan, wenn sie touren, und das tun sie oft.

Eine Sonderrolle spielt dabei Hannover. Hier – in der Faust-Warenannahme – gaben die Monsters ihr erstes ausverkauftes Konzert; hier – beim Fährmannsfest – spielen sie erstmals als Headliner eines Festivals. „Wir haben uns wie Rockstars gefühlt – und dann liebt man so eine Stadt automatisch.“

Im vergangenen Jahr haben die Sechs mit „Für alle“ ihr erstes Studio-Album nach etlichen Live-Mitschnitten veröffentlicht. „Wir wollten endlich mal eine Platte, die wir uns selber gerne anhören“, sagt Totte: „Wenn man so viel unterwegs ist wie wir, ist es nicht einfach, sich zuhause auch noch ein Live-Album anzuhören.“

Die Band-Zentrale ist inzwischen in Hamburg; doch in der Nähe von Clausthal-Zellerfeld war Totte trotzdem vor kurzem wieder unterwegs – „auf den Spuren von Heinrich Heine; der ist sehr gut, sehr frivol, ein Vorgänger von Max Goldt“. Sind das etwa seine Koordinaten? „Naja“, sagt Totte: „Ich glaube, wir bewegen uns zwischen Heinrich Heine und den Hosen.“

Als „Musiker-Stammtisch auf der Bühne“ bringt er das Monsters-Konzept: „Wir pendeln immer noch geschickt zwischen Pubertät und Demenz.“ Und dabei darf man – gerade zum Jubiläum – gerne zuprosten.

Die Monsters of Liedermaching live: am 29. November ab 19 Uhr in der Faust-60er-Jahre-Halle. Der Eintritt kostet 25 Euro.

Von Stefan Gohlisch