Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Der blecherne DiCaprio in Cannes
Nachrichten Kultur Der blecherne DiCaprio in Cannes
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:30 19.05.2019
Nicht mehr ganz taufrisch: Der Blech-Leo von Cannes. Quelle: Stefan Stosch
Cannes

Alle warten auf Leonardo DiCaprio. Er spielt in Quentin Tarantinos heiß ersehntem Film „Once Upon A Time... in Hollywood“ eine Hauptrolle, die andere hat Brad Pitt. Doch muss man nur mal genau hinsehen in Cannes: Hollywoods Liebling ist schon da.

Augen auf, wer an dem nostalgischen Kinderkarussell direkt am Mittelmeer vorbeigeht. Ein paar Meter entfernt davon breitet DiCaprio begeistert die Arme aus und ruft: „Ich bin der König der Welt.“

Mehr zum Thema: Cannes: Elton John und Taron Egerton singen gemeinsam „Rocketman“

Gut, den berühmten Glücksausbruch aus dem Schiffsuntergangsdrama „Titanic“ kann man nicht hören, denn Leonardo DiCaprio respektive der Dritte-Klasse-Passagier Jack Dawson ist aus Blech. Neben ihm steht eine zweite Figur aus „Titanic“ – so wie in der berühmten Filmszene auch, bevor der Luxusliner im Nordatlantik gegen einen Eisberg knallt. Die Frau ist Rose, also Kate Winslet. Doch da, wo sie ihren Kopf hat, prangt ein Loch. Das ist so gewollt, nicht schön für Rose, aber gut für fantasiebegabte Passanten.

Dem Blech-DiCaprio sind die Zeichen der Zeit anzusehen

Jeder, der möchte, kann sein Gesicht in das Loch stecken und sich mit Jack Dawson fotografieren lassen, Viele tun das auch, obwohl der „Titanic“-Film schon 22 Jahre alt ist und man sich auf seinem Handy mit irgendeiner App vermutlich viel schneller bildlich zu DiCaprio gesellen könnte.

Damals, 1997, war DiCaprio noch ein hoffnungsvoller Jungspund. Kinozuschauer kannten ihn aus „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“. In bestem Zustand ist der Blech-DiCaprio nicht mehr, aber man kann doch erahnen, was für ein Jüngelchen der heutige Umweltaktivist und Kino-Trapper („The Revenant – Der Rückkehrer“, dafür gab es 2016 endlich den Oscar) mal war.

Vor allem aber sieht man, wie Cannes die Kinogeschichte ehrt, auch wenn gerade mal nicht Festival ist: Die Figuren bleiben das ganze Jahr über fest installiert. Ebenso fuchteln Ewan McGregor (mit Kopf) und Samuel L. Jackson (ohne Kopf) mit einem „Star Wars“-Laserschwert herum, und die kopflose Marilyn Monroe lässt ihr Kleid von einem Luftzug aus einem U-Bahn-Schacht hochwirbeln – die Szene stammt aus Billy Wilders „Das verflixte 7. Jahr“.

Am Dienstag soll Leonardo DiCaprio in Cannes auflaufen

Leonardo DiCaprios Verbindung zu Cannes aber ist noch viel enger, auch wenn er das womöglich gar nicht weiß: 1998 hat er mal den „Mann mit der eisernen Maske“ gespielt. Das historische Vorbild für die Rolle, ein bis heute geheimnisvoller Gefangener von Ludwig XIV., hat im 17. Jahrhundert auf einer kleinen Insel vor Cannes jahrelang im Kerker gesessen.

Ach so, der echte DiCaprio wird spätestens am 21. Mai in Cannes auflaufen. Wer viel Glück hat, kann vielleicht sein Gesicht über die Absperrung am roten Teppich halten und sich mit ihm fotografieren. Falls es nicht klappen sollte: Der Kinderspielplatz ist ganz nahe.

Von Stefan Stosch/RND

Die Skandalband Rammstein bringt nach zehn Jahren Pause ein neues Studioalbum heraus – und zelebriert wieder ihr typisches Schockrocktheater. Was ist eigentlich mit dieser Gruppe los?

23.05.2019

David Garrett bringt Klassik und Rock bei seiner „Unlimited“-Tour zusammen. Der einst schnellste Geiger der Welt begeisterte am Freitagabend 6500 Fans in der Tui-Arena. Nirvana folgte auf Beethoven.

17.05.2019

Große Namen in Cannes: Pedro Almodóvar erzählt in „Leid und Herrlichkeit“ von seinen Ängsten, Ken Loach schlägt sich mit „Sorry, We Missed You“ auf die Seite der Ausgebeuteten. Und Elton John zeigt den Film „Rocketman“ über Elton John.

17.05.2019