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Kultur Der „Weiße Zulu“ ist tot – Trauer um den Anti-Apartheid-Musiker Johnny Clegg
Nachrichten Kultur Der „Weiße Zulu“ ist tot – Trauer um den Anti-Apartheid-Musiker Johnny Clegg
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14:53 17.07.2019
Tanzend auf seiner „Last Journey“: Johnny Clegg (hier bei einem Konzert seiner Abschiedstour 2017 in Johannesburg) ist am Dienstag im Alter von 66 Jahren in Johannesburg gestorben. Quelle: Denis Farrell/AP/dpa
Johannesburg

Als der am Dienstag friedlich zuhause in Johannesburg verstorbene Südafrikaner Johnny Clegg 1982 sein berühmtestes Lied schrieb, hatten die Archäologen Louis und Mary Leakey gerade dieältesten Knochen der Menschheit in Tansania gefunden. So handelte sein „Scatterlings of Africa“ von den Ursprüngen der Menschheit, davon „dass jeder Mensch für sich reklamieren kann, ein Afrikaner zu sein.“

Das Eine-Welt-Lied wurde weltweit bekannt, als Barry Levinson es 1988 für sein anrührendes Brüderdrama „Rain Man“ mit Tom Cruise und Dustin Hoffman verwendete.

Clegg erfand in dem Song einen Ort namens Phelamanga, was in der Sprache der Zulu „keine Lügen mehr“ bedeutet. Sein Phelamanga ist ein humanistisches Eldorado, ein Ort ohne Lügen darüber, dass die Menschen ungleich seien, dass die Weißen mehr wert seien als die Schwarzen. Cleggs „Scatterlings of Africa“ war ein Lied der Hoffnung im rassistischen Südafrika, ein Song mit Ohrwurmqualitäten obendrein.

Schon als Kind erlebte Clegg das Unrecht im Apartheidstaat

Ab 1988 war der Gitarrist und Songwriter auf dem Schirm der Popfans überall. Davor kannten westliche Hörer die schwarzen Klänge des Kapstaates vor allem von Paul Simon, der 1986 sein erfolgreichstes Soloalbum „Graceland“ mit südafrikanischen Musikern wie Ray Phiri und dem Vokalensemble Ladysmith Black Mambazo aufgenommen hatte.

„Graceland“ bedeutete auch einen Karriereaufschwung auch für Clegg, der in Frankreich 1986 begeistert gefeiert wurde und dort 1988 und 1989 mehr Konzertkarten verkaufte als Michael Jackson und Madonna.

1953 kam der Sohn eines Englischen Vaters und einer jüdischen Mutter aus Rhodesien (dem heutigen Simbabwe) im britischen Lancashire zur Welt. Nach der Trennung seiner Eltern zog er mit der Mutter nach Südafrika. Schon als Sechsjähriger erlebte er die Ungerechtigkeiten im Apartheidsstaat und schlug sich früh auf die Seite der Schwarzen. Die Musik und die Tänze der Zulu-Arbeiter begeisterten ihn, unter den Fittichen des Musikers Charlie Mzila lernte er die Sprache der Zulu und ihren Maskanda-Gitarrenstil.

Johnny Clegg wurde für sein Musizieren mit Schwarzen verhaftet

Sein Enthusiasmus blieb nicht ohne Folgen Mit 15 Jahren wurde Clegg zum ersten von vielen Malen festgenommen wegen gemeinsamen Musizierens mit Schwarzen. Wovon er sich zeitlebens durch nichts und niemandem mehr abbringen ließ. Mit seinen Bands Juluka (1969 gegründet, Comeback Mitte der 90er-Jahre) und Savuka (1985–1994) spielte er einen tanzbaren perkussiven Mix aus Zuluklängen, keltischem Folk und Rock. Cleggs Ehrenname war „der weiße Zulu“.

In Südafrika war „Asimbonanga“ von 1987 sein größter Hit – was auf Zulu „Wir haben ihn nicht gesehen“ bedeutet“. Der Titel bezog sich auf den inhaftierten Bürgerrechtler Nelson Mandela, von dem in Südafrika keine Bilder verbreitete werden durften.

Am 11. Februar 1990 kam Mandela frei, wenige Tage danach hielt der spätere Präsident Südafrikas seine Rede für ein „nichtrassisches, geeintes und demokratisches Südafrika mit allgemeinen, freien Wahlen und Stimmrecht für alle“. Cleggs Phelamanga schien nun Wirklichkeit zu werden.

2017 war bei ihm Krebs an der Bauchspeicheldrüse diagnostiziert worden. Aber noch bis 2018 tourte Clegg um den Globus - „mit halbem Magen und ohne Gallenblase“ wie er scherzte, und verabschiedete sich auf der „The Last Journey“ betitelten Konzertreise von der Welt – spielend, tanzend, ein nationales Symbol für das neue Südafrika.

Mit 66 Jahren ist er nun am Dienstag gestorben, hinterlässt eine Frau und zwei Söhne. Sein jahrzehntelanger Manager Roddy Quin gab bekannt, dass er im Familienkreis bestattet würde, es aber in Kürze auch eine öffentliche Trauerfeier geben werde.

Von Matthias Halbig/RND

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