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Kultur „Der Nussknacker“ ganz traditionell
Nachrichten Kultur „Der Nussknacker“ ganz traditionell
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12:15 30.12.2018
Am Tannenbaum: Das Bolschoi-Staatsballett zeigt „Der Nussknacker“.
Am Tannenbaum: Das Bolschoi-Staatsballett zeigt „Der Nussknacker“. Quelle: Handout
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Hannover

Prachtvoll und aufwendig: Schon die Kostüme glänzten mit mehr als 1000 Swarovski-Kristallen – und mindestens ebenso strahlten die Kulissen und ganz besonders die Musik und die Tanzkunst. Das weltberühmte Bolschoi-Staatsballett Belarus aus Minsk (Weißrussland) begeisterte die Zuschauer im Theater am Aegi mit Tschaikowskys Ballett-Klassiker „Der Nussknacker“.

Das von der Unesco ausgezeichnete Ballett steht für klassische Aufführungen und Traditionswahrung, so auch beim diesem Zweiakter nach dem Märchen „Nußknacker und Mausekönig“ von E. T. A. Hoffmann. Es ist eine zauberhafte Aufführung, die Choreografin und Ballettmeisterin Alexandra Tichomirowa liebevoll und detailreich choreografiert hat. Mit scheinbarer Leichtigkeit, Lebendigkeit und hoher Ästhetik bis in die Finger- und Fußspitzen, wird die phantasiereiche, märchenhafte Handlung umgesetzt. Die Musik ist sowieso wunderbar und kommt mit sehr gutem Klang aus den Lautsprechern.

Auf höchstem Niveau klassischer russischer Ballett-Tanz-Kunst tanzt sich das Spitzen-Ensemble in die Herzen des Publikums. So gibt es oft Zwischenapplaus für die Akteure. Ganz wundervoll verkörpern Aleksandra Tschizhik als Marie und Jegor Azarkewitsch als der Nussknacker, der sich in den schönen Prinzen verwandelt, ihre jeweilige Hauptrolle.

Ebenso Anton Krawtschenko als Maries Pate Drosselmeier, der Ballerina-Puppen und Zinnsoldaten zum Leben erweckt, aber auch ein Mäuse-Heer. Drosselmeier ist es auch, der Marie und den Prinzen in die „Welt der Versuchungen“ führt, um die Aufrichtigkeit und Festigkeit ihrer Gefühle zueinander zu prüfen. Dort tanzen für das Paar Mädchen aus dem Morgenland, chinesische Fächer-Tänzerinnen, spanische Toreros, russische Kasper-Figuren.

Faszinierende Tänze auf Spitze, hohe, weite, kraftvolle Sprünge, perfekte Pirouetten, schöne und anmutige Solo- und Formations-Tänze – so beim fröhlichen Kostümfest am Tannenbaum – und die hinreißenden, harmonischen Pas de deux’, besonders jene von Tschizhik und Azarkewitsch – all das fesselt.

„Schneeflocken-Walzer“, „Blumen-Walzer“, „Marsch der Zinnsoldaten“: Ganz wundervoll sind alle Choreografien abgestimmt, auf die schöne Musik, die Szenen, die fantasievollen Kostüme (Mäuse, Kerzen, Glocken, mit feinen Flügeln), die Kulissen (vom hochherrschaftlichen Interieur bis zum verschneiten Tannenwald). Romantik, Lebensfreude, Spannung. Meisterlich und kurzweilig. Richtig etwas fürs Herz. Als Dank gibt es am Ende elf Minuten kräftigen Applaus mit Jubel.

Von Christian Seibt