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18:12 15.01.2018
Charakterkopf: Jürgen Tarrach posiert vor dem Schauspielhaus, in dem das Theatermuseum untergebracht ist, das ab 1. März seine Bilder zeigt. Quelle: Fotos: Schaarschmidt
Hannover

„Sie glauben gar nicht“, sagt Jürgen Tarrach, „wie sehr ich geschwitzt habe.“ Der Schauspieler lässt seinen Blick durch die Galerie des Theatermuseums streifen, über die Kisten, die er dort abgeliefert hat, die Bilder, die bereits ausgepackt sind, über die noch kahlen Wände. „Jetzt stelle ich mich diesem Abenteuer.“

Tarrach, Grimme- und Fernsehpreis-Träger, einer der bekanntesten Schauspieler Deutschlands, TV-Musterknabe und Bühnentier, ist aufgeregt. In Hannover zeigt er – erstmals für eine größere Öffentlichkeit – eine andere Seite seines Schaffens und letztlich auch sich selbst: den bildenden Künstler. Wenn am 1. März die Ausstellung „Jürgen Tarrach: Ein Portrait“ beginnt, werden dort neben Fotos, Zeitungsausschnitten, alten Theater- und Filmplakaten und allerlei anderen Memorabilia eben auch Gemälde de 57-Jährigen zu sehen sein.

Wenn Tarrach die Zeit dazu findet, malt er, Aquarelle, mit leichtem Strich und viel Humor. Da heißt dann schon einmal Bild „Die dicke männerfressende Chinesin denkt plötzlich über ihr Leben nach“, weil das Ergebnis in Tarrachs Augen eben so aussieht. „Malen ist für mich wie Zen“, sagt er: „Es geht darum, absichtsvoll absichtslos zu sein.“ Wenn am Ende etwas ganz Anderes herauskäme als ursprünglich angenommen, sei das stets ein beglückender Moment,

Bislang male er vor allem für den Hausgebrauch. Nur Freunden habe er bislang die Bilder gezeigt. Beinahe scheu wirkt der Potsdamer, als er das sagt. Museumleiter Carsten Niemann hatte über Tarrachs Agentin von der malerischen Ambition des Schauspielers erfahren: „So etwas interessiert uns sehr, weil es uns die Möglichkeit gibt, andere Facetten eines Künstlers zu zeigen.“ Darum werden die Bilder auch in einen Gesamtblick auf Tarrachs Schaffen eingebettet.

Alles nur „Striche und Farbkleckse“?

Malerei seien am Ende „Striche und Farbkleckse – es kommt darauf an, wie man sie verteilt“, sagt Tarrach. Größten Respekt hat er vor die Impressionisten: „Was sie machen, sieht so leicht aus. Aber ich weiß jetzt, welche Meisterschaft dahintersteckt – und dass ich sie nie erreichen werde.“

Für ihn ist die Malerei eine Ausdrucksform unter vielen, aber eine wichtige: „Wir Schauspieler sind ja die einzigen Künstler, die sich neben ihrem Kunstwerk verbeugen.“ Das Theatererlebnis sei vergänglich, die bildende Kunst hingegen ist es nicht. „Es ist doch die große Sehnsucht der Schauspieler, etwas zu schaffen, das bleibt“, sagt er. Außerdem sei er als Maler Regisseur, Theaterleiter, Schauspieler und Kameramann in Personalunion – „und keiner redet mir rein“.

Info: Die Ausstellungen

Die Galerieausstellung „Jürgen Tarrach: Ein Portrait“ flankiert die nächste Hauptausstellung im Theatermuseum: „Heut’ Abend: Joachim Fuchsberger“ widmet sich dem großen Schauspieler, Entertainer und Moderator (1927–2014), der mit den Edgar-Wallace-Filme bekannt wurde, TV-Sendungen wie die Talkshow „Heut’ Abend“ prägte und bis ins hohe Alter spielte, zum Beispiel in den „Wixxer“-Filmen. Im Keller des Museum werden parallel Autorenporträts des Fotografen Dirk Meußling gezeig.

Die Ausstellungen (1. März bis 13. Mai) werden in Anwesenheit von Fuchsbergers Witwe Gundula und der Moderatorin Nina Ruge eröffnet.

Von Stefan Gohlisch

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