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Kultur Der Geist des Gospel weht am Aegi
Nachrichten Kultur Der Geist des Gospel weht am Aegi
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12:33 24.02.2019
Der Schauplatz: Der „Singout“ fand im Theater am Aegi statt.
Der Schauplatz: Der „Singout“ fand im Theater am Aegi statt. Quelle: Ralf Decker (Archiv)
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Hannover

In kleinen Kategorien denkt Silas Edwin nicht. 2005 gründete er das „Singout“-Projekt. Die Idee dahinter: Ein halbes Jahr lang macht Edwin Laien-Musiker fit für den Auftritt in einem Großchor. Inzwischen tourt er damit erfolgreich durch Deutschland.

Der Sohn eines Pastors mit nigerianischen Wurzeln sagt über sich selbst: „Ich bin inmitten des Gospels aufgewachsen“. Mehr als 200 Frauen und Männer aus der Region hatten dank ihm ihren großen Auftritt im ausverkauften Theater am Aegi, der Höhepunkt eines mehrmonatigen Workshops, der im Juni gestartet war. Mit Edwin und einem professionellen Gospel-Ensemble sowie stimmgewaltigen Solisten aus England, Afrika und den USA standen die Laien auf der randvollen Bühne. Allein die Zuschauer ließen sich zum gospeltypischen Mitmachen nur sporadisch bewegen.

Das Repertoire reichte von modernen Songs bis zu Traditionals wie „Sing out the Lord is here“ oder dem Gospel-Klassiker „Amazing Grace“. Den Auftakt wollte Chorleiter Silas Edwin dennoch allein genießen: Auf einem Barhocker sitzend gab er John Lennons Friedensbotschaft „Imagine“. Erst danach durften die „Voices of Hannover“ die Bühne betreten.

Auch politisch wurde es an diesem Abend: Vor „We are the world“ erinnerte Projekt-Mitgründerin Julie Okuesa das Publikum an untergehende Flüchtlingsboote im Mittelmeer und die Kraft des Zusammenhalts der Menschen. Bei der Zeile „We are the children“ betraten Kinder Hand in Hand die Bühne. Da gaben sich die Zuschauer endlich dem Gospel hin: Fast alle fassten sich an den Händen, wippten und sangen mit. Zumindest ein Lied lang.

Von Britta Lüers