Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur David Garrett - der Paganini der Lässigkeit
Nachrichten Kultur David Garrett - der Paganini der Lässigkeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:58 29.04.2013
EIN HINGUCKER: Starviolinist David Garrett mit Totenkopfring und romantischer Aura. Quelle: Rainer Droese
Hannover

Dass der Kuppelsaal ausverkauft ist, hat Hannover wohl auch seit langer Zeit nicht mehr erlebt. Selbst wenn die bekanntesten Orchester unserer Zeit zu Besuch kommen, ist das nicht üblich. David Garrett schafft es, und das schon Wochen im Voraus. Die 3000 applaudieren und johlen nach jedem Satz, es wird fotografiert und gefilmt - aber wo bleibt die Musik?

Das ist schade, denn seine instrumentalen Fähigkeiten sichern dem Stargeiger ohne jede Frage einen Platz in der Weltspitze der Violinisten. Überzeugend zu hören ist dies, wenn Garrett Werke seines Vorbildes Paganini vorträgt. Das ist technisch souverän, von virtuoser Leichtigkeit, und erfüllt auch die ureigenste Absicht dieser Werke, das Publikum in Erstaunen und Verzückung zu versetzen, optimal. Das Dämonische von Paganinis Auftritten ist dabei allerdings einer freundlichen Nonchalance gewichen.

Daneben hat Garrett für die diesjährige Klassiktournee die Konzerte von Max Bruch und Johannes Brahms ausgewählt, zwei der ganz großen Vertreter ihrer Gattung. Nicht ohne Grund gehören diese beiden Werke zu den Prüfsteinen für große Solisten. Denn neben der perfekten Beherrschung der Instrumententechnik wird dem Solisten hier auch eine hohes Maß an musikalisch-architektonischer Übersicht abgefordert. Melodische Phrasen müssen oftmals über eine lange Strecke geformt und geführt werden.

Und genau dies gelingt Garrett nicht im Mindesten. Sein Geigenspiel ist kleinteilig und punktuell, er hat nicht die nötige innere Ruhe, um die Musik über einen größeren Zeitraum einfach fließen zu lassen. Ständig stechen einzelne Töne unmotiviert aus einer Phrase heraus, werden Melodieverläufe ziellos in kleine Teile aufgespalten. Und leider wirkt vieles, was Garrett auf der Bühne tut, maskenhaft und einstudiert.

Wie das anders geht, führte das wunderbare Orchester (Festival Strings Lucerne) unter Leitung von Adrian Prabava vor. Innere Glut im ersten Satz des Bruch-Konzertes, himmlische Ruhe und Kontemplation in den langsamen Sätzen, rhythmisches Feuer in den Finalsätzen. Auch mit den zwei Füllstücken, die das Orchester allein vortrug, wussten die Musiker voll zu überzeugen. Bei beiden Werken stand die orchestrale Virtuosität ganz im Dienst des interpretatorischen Ausdrucks.

So erstaunt und beeindruckt man das Publikum und wird dem Werk gerecht.

Bewertung: 3/5

David Garrett tritt am 21. Juni im Sportpark Hannover mit einem Crossover-Konzert aus Rock- und Klassikstücken auf. Mit einem neuen Klassikprogramm gastiert er am 11. Mai 2014 erneut im Kuppelsaal. Karten für beide Veranstaltungen gibt es bei allen NP-Ticket-Shops sowie unter der Telefonnummer 0511 / 3 63 29 29 oder unter

www.neuepresse.de/tickets

Fröhliche Anarchie im Puppenland. Berlins kultiges Figurentheater Das Helmi startet am Küchenplatz eine Gastspielreihe in Hannover.

Evelyn Beyer 29.04.2013

Hollywood im Harz: George Clooney dreht dort seit Montag Szenen für seinen neuen Film "The Monuments Men". Für die Aufnahmen, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs spielen, ist in Goslar ein Teil der Innenstadt seit den frühen Morgenstunden streng abgeschirmt.

29.04.2013

Matthias Brodowy kommt auf die Bühne und schenkt sich erst mal einen Kaffee ein. Er sei hyperaktiv, erklärt er und Kaffee würde ihn wieder runterbringen.

29.04.2013