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Kultur Das Rat Pack ersteht im Theater am Aegi wieder auf
Nachrichten Kultur Das Rat Pack ersteht im Theater am Aegi wieder auf
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13:23 25.01.2019
Täuschend echt: Stephen Triffitts gibt den Frank Sinatra.
Täuschend echt: Stephen Triffitts gibt den Frank Sinatra. Quelle: Andre Juchli
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Hannover

Swing, Smokings, glänzende Lackschuhe und kristallene Whiskeygläser. Ein Hauch von Las Vegas liegt über dem Theater am Aegi und 1000 Zuschauer sind gekommen, um sich von Showbiz-Legende Frank Sinatra und seinen Freunden zurück in die 50er Jahre katapultieren zu lassen.

Kabarettistische Witzeleien treffen auf musikalische Darbietungen von Welthits: „Come Fly With Me“, „Fly Me To The Moon”, „Strangers In The Night” ... Dazu glänzen die neunköpfige Big Band und drei Sängerinnen und Tänzerinnen.

Sinatra-Darsteller Stephen Triffitts ist brillant: Ob Gesang oder Moderation – jede Geste, selbst die Handhaltung am Mikrofon ist so täuschend echt am Original, dass man glauben könnte, „The Voice“ vor sich zu haben. Mark Adams als Dean Martin mimt den Alkoholverfechter und Frauenhelden und genießt das kokette Herumscharwenzeln der drei Backgroundsängerinnen im Duett „Things“ sichtlich. Er gleicht seinem Vorbild, dem „King Of Cool“ sowohl gesanglich als auch p
hysisch und verzückt das Publikum mit Songs wie „Volare“ und „That’s Amore“. Ein kollektives „Ohhh!“ geht durch den Saal. George Daniel Long alias Sammy Davis Jr. wirbelt und trippelt mit einer Leichtigkeit über die Bühne, die den amerikanischen Allround-Entertainern kurzzeitig wieder aufleben lässt. Seine ausdrucksstarke Interpretation von „Mr. Bojangles“ – ein Highlight des Abends.

Und auch Sinatra Tochter Nancy in Form von Backgroundsängerin Nummer Drei bekommt ihren Auftritt mit einem Medley aus „Bang Bang“, „You only live twice“ und „These Boots are made for walking”.

Licht und Bühnenaufbau sind reduziert. Sie setzen Sinatra und seine Kollegen in Szene, ohne von ihrem Entertainer-Charme abzulenken. Ein bühnenbreites, illuminiertes Podest, auf dem die Big Band Platz nimmt, die obligatorische Showtreppe, ein heller Verfolger-Spot und ein Sternenhimmel im Hintergrund sorgen für einen Hauch von Las Vegas im kalten Hannover. Und die kahlen Köpfe der fünf Bläser glänzen im Licht beinahe so schön wie ihre Instrumente.

Gemeinsam performt das auferstandene Rat Pack schließlich Songs wie „Bad, bad Leroy Brown“, „Mack the Knife“ und „What a swell Party, this is“ aus dem Film „Die oberen Zehntausend“ während sie sich mit Champagnerglas in der Hand ordentlich einen picheln. Das Charisma der drei Herren ist magisch. Wippende Füße, schnipsende Finger und beseelt zur Seite geneigte Köpfe im Publikum.

Das Finale, das Ende, der letzte Vorhang: Sinatras „My Way“ produziert Gänsehaut, feuchte Augen und ein inneres Strahlen. In weiße Sakkos gekleidet entlässt das Trio mit „New York, New York“ das durchweg begeisterte Publikum.

Von Aline Westphal