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Nachrichten Kultur Cinema Bizarre veröffentlichen neues Album „toyZ“
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13:07 12.08.2009
Keyboarder Romeo, Bassist Kiro, Sänger Strify, Gitarrist Yu und Drummer Shin (v.l.) von der Band Cinema Bizarre. Quelle: Michael Gottschalk/ddp (Archiv)
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Angeblich kostet sie ihr ausgefallenes Styling keine Zeit. „Wir wachen alle morgens so auf“, sagt Sänger Strify von der Band Cinema Bizarre und nestelt an seinen schwarzen Lederhandschuhen, die er neben silberfarbenen Schuhen, schwarz-blond gefärbten Haaren und mit schwarzem Kajal umrandeten Augen trägt. Dann räumt der 20-Jährige aber doch ein: „Ich glaube, man kann sagen, wir sind eine eitle Band.“ Seine vier Bandmates Kiro, Shin, Yu und Romeo, die ihm äußerlich in nichts nachstehen, nicken zustimmend.

Ihr Äußeres hat wohl auch dazu beigetragen, dass die Band bereits nach der Veröffentlichung von nur einem Album jüngst durch Nordamerika touren durfte. Im Frühjahr standen Cinema Bizarre dort rund 20 Mal als Vorband der US-Sängerin Lady GaGa („Poker Face“) auf der Bühne - die sich in Sachen schräges Outfit auch von niemandem was vormachen lässt. Kennengelernt haben sich die Musiker nach einem Konzert in Berlin, wo Lady GaGa den fünf Deutschen laut Bassist Kiro (21) als erstes bescheinigte: „Ihr seht aus wie meine Ex-Freunde.“ Strify fügt hinzu: „Sie hat sich auch gleich in Yus Jacke verliebt, weil ihre Tänzer die gleiche anhatten.“

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Und so lud Lady GaGa Cinema Bizarre auf ihre Tour ein. „Wir machen zwar sehr unterschiedliche Musik, haben aber den gleichen Glamfaktor im Look, weil wir sehr visuelle Künstler sind“, sagt Strify. Inzwischen nahm die Band auch einen Song mit Space Cowboy, dem DJ und Remixer von Lady GaGa auf, der Titel ist: „I Came 2 Party“.

Kritiker werfen Cinema Bizarre häufig vor, eine von der Plattenfirma Universal Music künstlich produzierte Band zu sein. Dies wollen die Musiker mit dem Titel ihrer neuen Platte kommentieren: „Toyz“ (abgeleitet von dem englischen Wort „toys“ für Spielzeug) sei auch „ein ironisches Zwinkern“, sagt Strify. „Wir waren nie jemand anders, als die, die wir sind, ich sehe immer so aus und ich habe mich nie verkleidet“, betont er.

Über ihr Styling haben die Musiker auch zueinander gefunden und 2005 die Band gegründet. „Wir kommen aus der Japan-Szene, die es in Deutschland gibt, und die sich mit Manga und japanischer Kultur und Visual Kei beschäftigt“, sagt Strify. Die fünf Musiker, die zusammen in Berlin wohnen und sich als „kleine Familie“ bezeichnen, stammen alle aus unterschiedlichen Städten und haben sich auf einer Manga Convention in Koblenz kennengelernt. „Die Japaner sind sehr tiefgründig und sehr philosophisch, wenn sie Geschichten erzählen, das hat mir an Manga immer sehr gefallen“, sagt Strify.

In Japan waren sie bisher aber noch nicht auf Tour: „Wir würden alle gern mal in Tokio spielen“, sagt Strify. „Ich habe überall auf der Welt Sushi gegessen, jetzt fehlt nur noch Sushi in Tokio.“ Den japanischen Traum teilt die Band übrigens mit den Magdeburger Jungs von Tokio Hotel, die ihren Namen ebenfalls mit der Faszination für die japanische Hauptstadt begründen.

Die 20- und 21-jährigen Musiker von Cinema Bizarre schwanken zwischen bescheidener Zurückhaltung und großen Plänen. So betont Strify zwar: „Wir sind noch sehr jung und sammeln immer noch weitere Erfahrungen, deshalb ist Touren so wichtig für uns, um zu wachsen und besser zu werden.“ Zugleich hat er aber auch „den Traum, ein klein wenig Popgeschichte zu schreiben“ und Songs zu machen, „die die Leute nicht vergessen“.

Die neuen Stücke von Cinema Bizarre sind zum Teil elektronischer, zum Teil aber auch etwas härter als die Songs auf ihrem Debütalbum „Final Attraction“ (2007). „Es geht auf jeden Fall mehr nach vorn“, sagt der Sänger der Band. Die Musiker spielen ihm zufolge mit Dance-Elementen, lassen sich von Bands wie Erasure und Sounds der 80er Jahre inspirieren. Da Livespielen für sie erklärtermaßen das Größte ist, haben sie darauf geachtet, dass die neuen Titel Songs sind, „die richtig gut auf der Bühne funktionieren“.

ddp