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Kultur Chortage 2019 begeistern in Herrenhausen
Nachrichten Kultur Chortage 2019 begeistern in Herrenhausen
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15:43 30.06.2019
In der Galerie Herrenhausen: Der Chor der Leibniz-Universität Hannover. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Es ist immer wieder schön, mit welcher Freude die Chöre, Vokalgruppen und Vokalensembles bei den Chortagen Hannover singen. Und ganz besonders ist es, wenn Kinder und Jugendliche mit leuchtenden Gesichtern und großem Engagement auftreten. Zu erleben war dies bei der „Nacht der Chöre – Teil I“ in der Galerie Herrenhausen – im Rahmen der 11. Chortage Hannover.

Den Anfang machte der Kinder- und Jugendchor der Musikschule Hannover mit fröhlichen „Brundibär“-Kinderliedern. Dann folgten der KiKoBa (Kinderchor Badenstedt), der Kinder- und Jugendchor an der Marktkirche, Voice ’n’ Performance von der Ricarda-Huch-Schule, der Schaumburger Jugendchor, der Juventis Jugendchor Celle und der Junge Chor Hannover. Beeindruckend, mit Verve und Gefühl, sangen sie sakrale Werke, Pop, Volkslieder wie auch Lustiges, oft mit choreografischen Einlagen, Klatschen und Body-Percussion.

Besuch aus dem Baskenland

Eine Besonderheit war der Gast-Chor Zariatxo abesbatza aus dem baskischen San Sebastian: Er brachte das Publikum zum Jubeln und Nachdenken mit Chorwerken in ihrer Heimatsprache oder auch dem japanischen „Volkslied aus Fukushima“ („Aizu badai san“), über die Natur- und Nuklearunfall-Katastrophe 2011.

Nach der Pause waren die Erwachsenen dran. So sang die Messiaskantorei das moderne „Stabat Mater“ von Knut Nystedt. Es folgten der Quilisma-Jugendchor Springe, der Kammerchor Herrenhausen, der Norddeutsche Synagogalchor mit synagogaler Musik, der KonzertChor Kleefeld, der Vocalumen-Frauenkammerchor, das Vokalensemble O-Ton, Vocal Temptation, der Universitätschor Clausthal, der Frauenchor Hannover und die Capella St. Crucis.

Sie alle sangen hauptsächlich sakrale, klassische und moderne Chorwerke, aber auch Pop und Volkslieder gab es. Schöne und interessante Versionen, die vom Publikum mit starkem Applaus gewürdigt wurden. Zum Abschluss sangen noch die Chöre mit den Zuhörern zusammen das „Abendlied“.

Jazz und Pop und noch viel mehr

Zuvor hatte es bereits zwei weitere lange Chor-Nächte mit je zwei Konzertblöcken gegeben, ebenfalls in der Galerie Herrenhausen: Einen Tag zuvor die groovige „Jazz/Pop-Night I+II“ mit 13 Ensembles, darunter die Hannover Jazz Singers und die Hörband.

Und zum Abschluss der diesjährigen Chortage begeisterten die mit „A cappella I+II“ betitelten Konzerte, mit sieben hochkarätigen Chören, darunter der Johannes-Brahms-Chor (Leitung: Gudrun Schröfel), der Mädchenchor Hannover (Leitung: Andreas Felber) und, als weiterer internationaler Gast-Chor, der Pittsburgh Girls Choir aus den USA.

Vielfältiges Programm

Das Programm der Chortage war vielfältig und abwechslungsreich. Gemischte Chöre, Frauen- und Männerchöre, Kinder- und Jugendchöre, Kammer- und Stadtteilchöre, Pop- und Jazzchöre, Vokalensembles und A-cappella-Gruppen boten eine enorme musikalische Bandbreite und Qualität.

Grandios schon das Auftaktkonzert in der Christuskirche mit dem Collegium Vocale Hannover, I Vocalisti aus Lübeck und Molto Cantabile Luzern – im Beisein von Alt-Bundespräsident Christian Wulff, dem Präsidenten des Deutschen Chorverbandes. Große Gesangskunst dreier Top-Chöre.

Samson und die Philharmonie

Tags darauf war Händels selten aufgeführtes Oratorium „Samson“ als Mitsing-Konzert im Großen Sendesaal des NDR gestartet. Heißt: Ein gemischter, 150-köpfiger Sonderchor mit hannoverschen Teilnehmern sang mit dem Norddeutschen Figuralchor. Die Gesamtleitung hatte Händel-Spezialist Nicholas McGegan. Er fügte die Radiophilharmonie, die beiden Chöre sowie die Top-Solisten Sherezade Panthaki (Sopran), Franziska Gottwald (Alt), Thomas Cooley (Tenor), David Szigetvari (Tenor), William Berger (Bariton) und Douglas Williams (Bass) mühelos zu einer großartigen musikalischen Einheit zusammen. Ein großartiger Abend.

Eine feste Größe im Chortage-Programm ist auch das „Singen in der Allee“ in Verbindung mit der „Langen Tafel des Generationendialogs“, mittags im Georgengarten. Bereits zum achten Mal fand es statt und erfreut sich großer Beliebtheit, besonders bei den vorwiegend alten, älteren Menschen und Pflegebedürftigen. Aber auch jüngere Zuhörer sind dabei. Ein entspanntes, freundlichen Zusammentreffen.

Zu Beginn sang dort der Hannoversche Singkreis. Danach unterhielt Singer-Songwriter Hage (Jan Hagerodt) locker mit englischsprachigen Coverhits. Und dann sang der erst im Oktober 2018 gegründete, gemischte Obdachlosen-Chor ChorWerk Hannover: „Von der Straße auf die Bühne“ – ein innovatives Musikprojekt des Niedersächsischen Chorverbandes. Der brachte die Zuhörer sogar zum Mitsingen, so bei „Die Gedanken sind frei“.

Positive Bilanz

Die Chortage Hannover werden alljährlich ausgerichtet vom Niedersächsischen Chorverband e.V. Hannover in Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt. Weitere Kooperationspartner sind der NDR, der Musikhochschule, die Herrenhäuser Gärten und weitere Partner. Hinzu kommen die ehrenamtlichen Helfer aus den Chören.

Die 11. Chortage waren wieder ein schöner Erfolg. 52 teilnehmende Chöre mit insgesamt 1500 Sängerinnen und Sängern, ein begeistertes Publikum und freudige Gesichter bei allen Akteuren. Insgesamt kamen trotz der Hitzewelle 3600 Besucher an den sechs Konzerttagen. Intendant Wolfgang Schröfel: „Wir sind sehr zufrieden und freuen uns schon auf die Chortage im nächsten Jahr!“

Die 12. Chortage Hannover finden vom 7. bis 14. Juni 2020 statt. 

Von Christian Seibt

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