Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Casper und Marteria rappen auf der Expo-Plaza
Nachrichten Kultur Casper und Marteria rappen auf der Expo-Plaza
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:58 31.05.2019
Hannover

Wahrscheinlich ist es der „Endboss“. Pacman schaut vorbei. Es ist wieder 1982 auf der Expo-Plaza. Casper und Marteria, zwei der außergewöhnlichsten und verdientermaßen erfolgreichsten deutschen Rapper sind auf der Expo-Plaza, starten ihre gemeinsame Open-Air-Tour und sind schier fassungslos ob der Begeisterung, die ihnen entgegenschlägt.

Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis sie mal gemeinsame Sachen machen. Gäste auf den Alben des anderen waren sie auch schon in der Vergangenheit, erstmals 2009 beim Casper-Song „Rock’n’Roll“. Gemeinsamkeiten gibt es viele: das Geburtsjahr 1982, das ihrem gemeinsamen Album den Titel gab, die Herkunft aus der relativen Provinz (Casper lebt in Bielefeld, Marteria in Rostock), das Erfolg versprechende Außenseitertum in der Deutschrap-Szene – Casper hat den Hip-Hop in Richtung Emo und Independent geöffnet, während Marteria einen ausgeprägten Hang zum Hymnisch-Poppigen pflegt, während sie zugleich in ihren Texten eine für das Genre ungewöhnliche Sensibilität an den Tag legen.

Die Rapper Marteria und Casper begeistern 22 000 Fans bei einem Open-Air-Konzert auf der Expo Plaza auf.

Jetzt bieten sie gemeinsam „So perfekt“ von Caspers „XOXO“-Album, und es könnte nicht wahrer sein. Die Plaza ist eine ekstatische Masse. „Wenn schon scheiße tanzen, dann so, dass die ganze Welt es sieht“, heißt es darin. Vermutlich zusätzliche Motivationshilfe.

Das Problem von Kollaborationen ist ja oft, dass sie sich auf das Suchen von Gemeinsamkeiten konzentrieren: Man versichert sich auf kleinstem gemeinsamen Nenner der eigenen Großartigkeit. „1982“ ist nicht frei davon: Gerade die Vorabsingle „Champion Sound“, heute zweites Lied des Abends, trägt die ganz dicke Hose auf. Wobei: So, wie die 22 000 Menschen auf der Expo-Plaza sie feiern, stinkt das Eigenlob nicht; es riecht nach Hysterie. Und nach „Adrenalin“, dem nächsten gemeinsamen Song.

Es wird ein zweistündiges Jump’n’Run, die Protagonisten permanent in Bewegung, andere bräuchten da ein Sauerstoffzelt. „Unfassbar stolz“ seien sie, sagt Casper angesichts der Massen, erinnert daran, wie sie in Hannover mal in der Faust oder im Musikzentrum begannen: „Ich bin zu Tränen gerührt, dass wir hier vor 22 000 Leuten spielen können.“ Darauf ein Trinklied: „Chardonnay & Purple Haze“; sie können auch langsam.

Zum Glück flechten sie in die zehn Lieder von „1982“ ein gutes Dutzend jeweils eigenen Materials ein, schön paritätisch, von Marterias „Endboss“ bis zu Caspers „Lang lebe der Tod“. Strahlemann Marteria und Casper, die reibeiserne Stimme der Abgehängten, sie ergänzen sich gut, sind Feuer und Wasser, Tag und Nacht, symbiotisch.

Und sie gehören – auch bei diesem Auftakt ihrer Open-Air-Tour – schlicht zu den mitreißendsten Livekünstlern des Landes. Eine Liveband mit Gitarre und Schlagzeug bietet satten Sound. Die Weltsicht ist lustvoll schräg, die Bühne gekippt, die Leinwand dahinter gefüllt mit Sehnsuchtslandschaften, Gebirgen, grünen Auen, dem Mars.

Zwei Stunden Weltflucht, Selbstversicherung, Next-Level-Entertainment. Der Endboss kein Gegner. Stattdessen: Highscore.

Von Stefan Gohlisch

„Der König der Löwen“, „Mulan“ und „Aladdin“ sind in Deutschland noch nicht angelaufen, da plant Disney mit „Snow White“ bereits die nächste Realverfilmung eines Klassikers. Dabei sollen Fans alte Lieder und neue Songs präsentiert bekommen.

31.05.2019

„RTL Samstag Nacht“-Spaßmacherin Tanja Schumann hat es nicht leicht: In einer neuen Boulevardkomödie im Theater am Aegi muss sie sich mit ihrem Gatten, einem „Muttersohn“ herumärgern.

31.05.2019

„Mut“ ist das Motto. Mutig ist auch das Programm der Niedersächsischen Musiktage: Vom 31. August bis 29. September gibt es 43 ungewöhnliche Koinzerte im ganzen Land.

31.05.2019