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Kultur Caroline Peters wohltemperiert im Schauspielhaus
Nachrichten Kultur Caroline Peters wohltemperiert im Schauspielhaus
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13:20 05.12.2019
Mit Tiefenwirkung: Caroline Peters las im Schauspielhaus „Malina“ von Ingeborg Bachmann. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Ein Schlüsselroman? An Ingeborg Bachmanns „Malina“ scheiden sich die Geister: Die Interpreten grübeln vor allem über der Frage, wie konkret die Autorin in dem 1971 erschienenen Text ihre Beziehungen zu den Dichterkollegen Max Frisch und Paul Celan spiegelte. Im überschaubar besuchten Schauspielhaus las nun Caroline Peters aus dem Roman, Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, vielfach preisgekrönt und auch vom Fernsehen her bekannt („Mord mit Aussicht“).

Peters bezog insofern gleich zu Beginn Stellung, als sie in einer kurzen Einleitung Celan ausdrücklich erwähnte, während im Hintergrund ein doppeltes Foto erschien: das zerstörte Nachkriegs-Wien in Schwarzweiß, ein Mohnfeld in Farbe als Verweis auf Celans Gedichtband „Mohn und Gedächtnis“.

Zwischen Innen- und Außenwelt

Der Text, in dem eine Ich-Erzählerin von verschiedenen Männerfiguren spricht, ist schwer vorzutragen. Das liegt zum einen am häufigen Wechsel der Ebenen: Die Sprachhaltungen können umkippen, und die Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt verschwimmen. In welchem Maße sind der agile Liebhaber Ivan und vor allem der besonnene Mitbewohner Malina eigentlich reale Personen? Oder geht es hier in erster Linie um die Projektion von Aspekten des eigenen Selbst?

Zudem kann die Lesung dieses Textes schnell einen unangenehmen Unterton annehmen, diffus, grob oder gefühlig bis larmoyant werden. Beides wusste Peters mit facettenreicher, aber stets einen Hauch herber Modulation zu verhindern.

Ein Abend mit Tiefenwirkung

Die grundlegende Tragik kam gerade dadurch voll zum Tragen, dass sie nicht forciert ausgestellt wurde, und Möglichkeiten zu Anflügen von Humor nutzte Peters souverän: Delikate Sätze wie „Die Männer sind nämlich verschieden voneinander, und eigentlich müsste man in jedem einzelnen einen unheilbaren klinischen Fall sehen“ erhielten die richtige Temperatur.

Auf die albtraumhaften Gewaltpassagen des Mittelteils verzichtete die Schauspielerin, ohne dass dadurch der Text an Intensität einbüßte. Stille im Publikum kann ja ein sehr gutes Zeichen sein, und diejenigen, die an diesem Abend der Husten packte, verzogen sich alsbald dezent nach draußen.

Spektakulär war diese Lesung nicht und vielleicht einen Tick zu lang. Aber, viel entscheidender: Tiefenwirkung konnte sie allemal erzielen.

Von Jörg Worat

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