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Kultur Busch-Museum würdigt Winsor McCay
Nachrichten Kultur Busch-Museum würdigt Winsor McCay
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22:52 09.03.2012
Von Stefan Gohlisch
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COMIC MIT LITTLE SAMMY SNEEZE: Schon 1904 experimentierte McCay mit dem Schwarzraum.
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Hannover

"Was ist nur mit dem Zeichner los?", schimpft Nemo, während er mit dem zusammenfallenden Comic-Panel kämpft: "Er hat etwas vergessen."

Postmodern würde man solche Selbstbezüglichkeit heute nennen. Doch dieser Comic erschien vor über 100 Jahren, im New York Herald. Winsor McCay (1869-1934)ließ hier die Panels tanzen, experimentierte mit Farbe und Schraffur, mit Bewegungsunschärfe und Traumbildern. Er, den das Wilhelm-Busch-Museum jetzt mit einer großen Werkschau ehrt, schuf den modernen Comic.

Doch McCay revolutionierte ab 1905 das Erzählen mit Bildern nicht nur mit Serien wie "Little Nemo". Er nahm mit seinen traumhaften Szenarien, obwohl zeichnerisch dem Jugendstil verhaftet, auch den Surrealismus vorweg. Und 1911 verfilmte er "Little Nemo" - der erste Zeichentrick überhaupt: 17 Jahre vor Walt Disneys "Steamboat Willie". "Little Nemo" ist der Urahn von "Findet Nemo" & Co.

180 Exponate umfasst de Schau. Sie erzählt von McCays Anfängen als Plakatzeichner eines Dime-Museum (einer Mischung aus Freakshow und Technikschau), wo er den Film kennenlernte und den Blick fürs Absonderliche schärfte. Viele Comic-Strips sind zu sehen, Trickfilme, späte politische Karikaturen. Eine könnte sinnbildlich für die Ausstellung stehen: Heruntergekommene Massen kämpfen sich ins Licht einen Abhang empor. Er wird gebildet aus den Buchstaben des Worts "Imagination".

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