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Kultur Buchmesse zwischen E-Book und der „Katze“
Nachrichten Kultur Buchmesse zwischen E-Book und der „Katze“
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18:58 12.10.2011
Zum Auftakt der 63. Frankfurter Buchmesse wird ein neues Lesegerät für E-Books vorgestellt. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Der erste Tag der Frankfurter Buchmesse wirkte wie ein Tag der Frauen: Daniela Katzenberger, wasserstoffblondes TV-Sternchen, stellte einen Ratgeber vor und das verschleierte Ex-Model Veruschka präsentierte ihre Biografie. „Frauen verstehen in 60 Minuten“ wurde zum kuriosesten Buchtitel gewählt. Und Wikipedia wünschte sich mehr Autorinnen für das Online-Lexikon. Das Thema E-Book blieb am Mittwoch in Frankfurt allerdings überwiegend in Männerhand.

„Sei schlau, stell dich dumm“ heißt Katzenbergers erstes Buch. Geschrieben hat sie es mit Hilfe einer Ghostwriterin, berichtete die Blondine bei der Vorstellung des Werkes ganz offen. Schon eine halbe Stunde bevor sie kam, hatte sich eine Menschentraube gebildet. „Ich mache nichts besonderes, aber trotzdem interessiert sich irgendwie jeder dafür“, sagte sie.

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Optisch ganz anders präsentierte sich das ehemalige Top-Model Vera Gräfin von Lehndorff: mit einem schwarzen Schleier und halbtransparentem Visier wollte sie ihre Privatsphäre schützen. Lehndorff, die als „Deutschlands erstes Top-Model“ gilt, prägte als Veruschka in den 60er Jahren die Modefotografie ihrer Zeit. In ihrer jetzt erschienen Autobiografie beschreibt sie ihre Kindheit und die Anfänge ihrer Modelkarriere. Das Buch werde die Blicke der Öffentlichkeit wieder auf sie ziehen, daher verspüre sie „ein großes Bedürfnis nach Rückzug“, begründete die Schönheit ihr Messe-Outfit.

Neuigkeit des Tages: Ein E-Book-Reader

„Frauen verstehen in 60 Minuten“ - das ist nach Ansicht einer Jury der kurioseste Buchtitel des Jahres. Das Werk von Angela Troni wurde auf Messe gekürt. Das im Thiele Verlag erschienene Buch „führe in die Kunst ein, die feinen Nuancen der weiblichen Kommunikation zu erkennen und zu deuten“, berichteten die Preisrichter. Die Entscheidung fiel jedoch unabhängig vom Inhalt des Buches. Der Preis wurde zum vierten Mal von der Redaktion von „Schott’s Sammelsurium“ (Bloomsbury Berlin) und der Zeitschrift „BuchMarkt“ ausgeschrieben, die Leser durften skurrile Titel vorschlagen.

Der Gründer des Internet-Lexikons Wikipedia wünschte sich mehr Autorinnen, die bereit seien, an der Enzyklopädie mitzuwirken. Frauen würden dem Kommunikationsklima gut tun, sagte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales: „Männer sind es gewohnt, sich die Köpfe aneinanderzustoßen. Frauen würden sich das nicht bieten lassen.“ Im Buch „Alles über Wikipedia“, das ebenfalls am Mittwoch auf der Buchmesse präsentiert wurde, beklagten einige Autoren den rauen Umgangston in der Szene.

Beherrschendes Thema neben all dem Bunten war aber der Wandel des Publizierens. Neuigkeit des Tages: In Kooperation mit dem Buchhandel wird der Dachverband der Buchbranche einen eigenen E-Book-Reader anbieten. Rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft wird das elektronische Lesegerät Liro Color des Herstellers TrekStor ab Mitte November zum Preis von 99,99 Euro auf den Markt kommen. Das Gerät ist
eine Mischung aus klassischem E-Book-Reader und Tablet Computer.

dpa

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