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Kultur Beatrice Egli auf Gute-Laune-Mission
Nachrichten Kultur Beatrice Egli auf Gute-Laune-Mission
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17:00 23.11.2018
Gute Laune Garantiert: Beatrice Egli im Capitol. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Herzen, Liebe, Glitzerregen und Konfetti. Mit vier verrückten imaginären Freundinnen entführt die 30-jährige Schweizerin Beatrice Egli ihre Fans im Capitol auf einen bunten Mitklatsch- und Mitlachmarathon. Der Name der Tournee ist Programm: „Wohlfühlgarantie“.

Sängerin und Matthias Reim-Freundin Christin Stark, die auch als Helene Fischer Look-alike durchgehen könnte, bereitet das Publikum auf den Egli-Abend vor, mit durchgehendem Discofoxbeat vom Band und Songtexten rund um Liebe und Lebensfreude. Voller positiver Energie und mit wohlig-warmer Ausstrahlung betritt schließlich Grinsebacke Egli die Bühne: Grinsebacke, frecher, teils gekreppter Bob, Used Jeans, flippige Lederjacke, Glitzer-High-Heels.

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Mit den Songzeilen „Willkommen in meiner Galaxie mit Wohlfühlgarantie“ begrüßt die Schweizerin, die 2013 die Dieter-Bohlen-Talentschmiede „Deutschland sucht den Superstar“ gewann, in astreinem „Oxford Deutsch“ ihre 700 Hannoveraner Fans. Es folgen mehr als zwei Stunden glatte Herz-, Liebe- und Frauenpowerhits, gespickt mit diversen Videoleinwand-Spielereien. Eine vielseitige Show mit ekstatischen Trommeleinlagen, einem Akustikset mit Feuerschalen-Holzscheit-Romantik, einem Wolfgang-Petry-Medley und einem frechem Mashup aus „I love Rock ’n’ Roll“ und „Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst“-, alles mit 100-prozentiger Mitklatsch- und Mitsinggarantie.

Ob silbernes Paillettenkleid mit aufgenähten Knöpfen, sexy Lederanzug, hellgrünes Lichterkettenkleid oder rosa Herz-Bademantel nebst Einhorn-Kickboard – Eglis Outfits sind so vielfältig wie ihr Konzert und schrammen immer nah am schlechten Geschmack entlang. Eine „Kiss Cam“, wie man sie von US-amerikanischen Sportevents kennt, fängt Paare ein oder solche, die es noch werden möchten. Laut wird bejubelt, wer Küsschen und Knuddeleien abliefert.

Das liebste Hobby des Langzeitsingles Egli sei es, andere Leute zu verkuppeln, und so startet die Sängerin kurzerhand eine kleine Singlebörse, bei der eine junge Frau und ein junger Herr aus dem Publikum auf einer Chaiselongue am Bühnenrand Platz nehmen dürfen – um einander näher zu kommen. Und dann doch bis Ende des Konzerts verschüchtert nebeneinander sitzen, während auf der Leinwand über ihnen Herzen und pfeilbespickte Amors herumflattern.

Eine 20-minütige Pause und das auf den Leinwänden projizierte, stets wiederkehrende Konzept, Beatrice Egli in unterschiedlichen Frauenrollen (Teenie, Rockerin) als ihre „Freundinnen“ in die Show zu integrieren, unterbricht regelrecht das Konzertgefühl. Das bringt den Spannungsaufbau und die Dramaturgie mitunter ins Stottern. Mit ihren finalen Hitgaranten „Mein Herz“ und „Verliebt, verlobt, verflixt nochmal“, einem wummernden Bass und den obligatorischen Konfettikanonen bügelt Egli die kleinen dramaturgischen Stolpersteine spielend wieder aus und glatt.

Wer die Welt des Schlagers anmutende Darstellungsform schätzt und mag, kommt bei Eglis Show voll auf seine Kosten. Glückliche Gesichter und rotgeklatschte Hände, wohin man sieht. Wohlfühlgarantie eben.

Von Aline Westphal