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Kultur Barock in Herrenhausens Galerie
Nachrichten Kultur Barock in Herrenhausens Galerie
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13:40 11.02.2019
Barock-Spezialisten: Das Ensemble Musica Alta Ripa. Quelle: Christian Wyrwa
Hannover

Das Barock-Ensemble Alta Ripa im Galeriegebäude Herrenhausen – das ist eine bewährte Kombination, die regelmäßig für ein ausverkauftes Haus sorgt. Die Spezialisten aus Hannover haben dort stets ihr Stammpublikum. Denn die historische Aufführungspraxis mit ihrer spröden Transparenz passt geradezu perfekt in die hallige Galerie.

So auch wieder im letzten Barockkonzert der NDR-Reihe. Mit Telemann und Bachsohn Carls Philipp Emanuel lag der Schwerpunkt auf Spätbarock und Übergang in die Klassik. Zum Auftakt Telemanns a-Moll Suite für zwei Blockflöten, Oboen, Streicher und Bass – alles solistisch besetzt, aber mit so viele Spiel- und Schwerpunkt-Freude produziert, dass der Schwung der perfekt aufeinander eingespielten zehn Musiker bis in die letzte Reihe vordringt. Geschmeidigen, doch unerbittlichen Rhythmus gibt Leiter Bernward Lohr vor Cembalo vor.

Im nachfolgenden Cellokonzert von Carl Philipp Emanuel Bach lief es nicht ganz so erfolgreich. Einstimmig besetzt wirkte das „Orchester“ recht dünn. Der Solist Albert Brüggen wusste dem tonlich wenig entgegenzusetzen. Auch sein Part drohte im Hall zu versickern und blieb beliebig. Keine Frage – gekonnt serviert, aber doch auch wenig plastisches Profil. Vielleicht liegt das in der historisch artgerechten Haltung des zwischen die Beine geklemmten Cellos.

Nach der Pause noch einmal Telemann und Carl Philipp in unterschiedlicher Besetzung, aber doch mit einiger Eintrübung der Intonation in den Geigen.

Zum Schluss Telemanns „Singgedicht im Frühling“ auf Texte von Barthold Heinrich Brockes (der hier nicht seine Sternstunde hatte). Eine grandiose Tierstimmenimitation: Sopran, Bariton, Flöten, Oboen und Geigen zwitschern um die Wette. Jeder Frühlingslaut soll Gottes Lob künden jedes Jauchzen die Schöpfung preisen. Und so geschah es: Veronica Winters schön fokussierter Sopran wob mit den mit den Blockflöten Girlanden aus Vogelstimmen. Henryk Böhm – eindeutig Höhepunkt des Abends – beschwor mit seinem wunderbaren warmem und lockeren Bariton tiefere Naturlaute.

Begeisterter Beifall und als Zugabe ein Stückchen Oper von Hannovers barockem Hofkomponisten Agostino Steffani: ein ergreifendes Duett zwischen Sopran und Bariton – ein Kontrast zum wippenden Frohsinn zuvor.

Von Günter Heiß

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