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Kultur Anthrax begeistern als Metal-Arbeiter
Nachrichten Kultur Anthrax begeistern als Metal-Arbeiter
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18:34 27.06.2019
Altmeister: Scott Ian ist das einzige verbliebene Gründungsmitglied. Der Bart ist jedenfalls beachtlich. Quelle: Fotos: Behrens
Hannover

Der gefühlt zwei Stunden dauernde Schlagzeug-Soundcheck von Charlie Benantes Roadie hat sich gelohnt. Als die legendäre New Yorker Thrash-Metal-Band Anthrax recht spät und um 21.30 Uhr endlich im Capitol losbricht, stehen nicht nur Klang und Volumen.

Auch die gut 800 echten Thrash-Metal-Fans sind gespannt wie ein Bogen und zum Abschuss bereit. Sirenenalarm kündigt die Pioniere des Crossover-Genres an, Könige wie die Kollegen von Metallica und Slayer sind sie nicht, doch sie kommen gleich danach. Direkt und laut: „We’re from New York.“ Die Fans grölen begeistert zu den Refrains der Eröffnungssongs „Caught in a Mosh“ und „Got the Time“.

Zu ihrer Gründungszeit 1981 war Punk ein starkes Thema. Anthrax’ Metal besitzt immer noch einen großen Punk-Anteil; es sind sympathische Metal-Arbeiter, sie wollen nichts Anderes, als Stakkato-Riffs abzufeuern und eine Metal-Mauer hochzuziehen. „It’s a Madhouse“, schreit Sänger Joey Belladonna, hier wird nichts eingeflogen oder kommt vom Band. Das gutturale Kreischen beherrscht er. Überhaupt: Alle Musiker sind gut in Form, haben Spielfreude und Puste.

Tätowierte Arme in schwarzen T-Shirts strecken sich ihnen entgegen. Das Publikum ist dankbar. Band und Besucher verstehen sich, alte Freunde, das ist eine ausgeglichene Beziehung, auch wenn die Belegschaft der Band in der Vergangenheit öfter mal durchgewechselt wurde.

Anthrax liefern rhythmisch punktgenau und tonal einwandfrei, haarscharfe Gitarren, wummernde Bässe, trockene Trommel-Schläge. Anthrax gehören seit Anfang der 80er Jahre zu den innovativsten und beliebtesten Bands der Szene. Sie kannten und kennen keine Berührungsängste, überwinden dabei musikalische Grenzen.

Ihre Zusammenarbeit mit Public Enemy verzahnte Rap und Metal kongenial, „Bring the Noise“ ist ein Klassiker mit Zeitgeist. Scott Ians Kinnbart ist schon so etwas wie das Logo der Band. Dem einzigen verbliebenen Gründungsmitglied bei seiner Gitarrenarbeit zuzuschauen, macht gute Laune.

„Lauter, lauter!“, schreit er seinem Techniker zu. Der Druck auf der Bühne fordert seinen Tribut. Begeisterte Chöre, die Stimmung ist prächtig – „Be All, End All“, tobt die Menge. Punk, Metal, Thrash – in-your-face, direkt ins Gesicht. Da lenkt nichts ab, das Licht ist einfach. Kulissen: Fehlanzeige. Bei „Now it’s dark“ röchelt ein imaginäres Monster. Ein kurzes Basssolo und einige wenige zweistimmige Gitarrensoli bieten Abwechslung. „Antisocial“ von der französischen Band Trust und „Indians“ beenden den Thrash-Abend.

Noch schnell im Kreis gerannt, den „Circle of Death“ zelebrieren die Fans auch im Capitol, und nach 80 Minuten Metal hinterlassen Anthrax einen geschafften Club.

Von Kai Schiering

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